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Finanzierung

Minerva Humanoids: rund 9 Millionen Euro für Roboter im Gefahreneinsatz

Humanoider Roboter bei manueller Arbeit (Symbolbild)
Das Wichtigste in 20 Sekunden
  • Minerva Humanoids sammelt in einer ersten Finanzierungsrunde rund 9 Millionen Euro ein.
  • Angeführt wird die Runde von General Catalyst, beteiligt sind unter anderem Long Journey Ventures und Credo Ventures.
  • Der Roboter „Roger“ wird per VR-Brille ferngesteuert; ein eigenes Steuerungssystem hält Gleichgewicht und Navigation.
  • In der Energiebranche sterben nach Angaben des Unternehmens weltweit rund 7.000 Menschen pro Jahr bei der Arbeit.

Das US-Start-up Minerva Humanoids sammelt in einer ersten Runde rund 9 Millionen Euro ein. Der Roboter „Roger“ ist für Arbeiten gebaut, bei denen Menschen heute ihr Leben riskieren: Bombenentschärfung, Öl- und Gasanlagen, Gefahrgut. Noch in diesem Herbst sollen die ersten bezahlten Pilotprojekte starten.

Wer dahinter steckt. Minerva Humanoids sitzt in den USA und wird von Sandor Felber als Chef und Maurice Rahme als Technikchef geführt. Beide haben den Roboter nicht als Ersatz für Fachkräfte gebaut, sondern als Werkzeug für sie. „Roger“ kann auf zwei Beinen stehen, Gegenstände mit beiden Händen greifen und in unwegsamem Gelände arbeiten. Die Finanzierungsrunde führt General Catalyst an, beteiligt sind unter anderem Long Journey Ventures, Credo Ventures und Hugging Face.

Wie der Roboter arbeitet. Roger läuft halbautomatisch. Ein Spezialist setzt eine VR-Brille auf, sieht durch die Augen des Roboters und steuert die Hände selbst. Ein eigenes Steuerungssystem mit dem Namen Minerva Intelligence hält dabei das Gleichgewicht, fängt Stürze ab und übernimmt die Navigation. Das heißt konkret: Der erfahrene Fachmann bleibt im sicheren Leitstand, seine Hände arbeiten trotzdem draußen am Gerät.

Warum das Geschäftsfeld groß ist. Auf Bohrinseln, bei der Bombenentschärfung und bei Gefahrguteinsätzen geraten Menschen noch immer direkt in Gefahr. Nach Angaben des Unternehmens stirbt weltweit etwa alle 75 Minuten ein Beschäftigter der Energiebranche bei der Arbeit — rund 7.000 Menschen pro Jahr. Die Nato zählt Entschärfungs- und Gefahrgutteams zum riskantesten Teil jeder Einheit. Viele Einsätze laufen bis heute mit kettengetriebenen Robotern, die nur einen Arm haben. „Für Aufgaben mit zwei Händen fehlt ihnen die Feinmotorik“, sagt Dominic Asquith, früherer Spezialkräfte-Soldat und heute Leiter der Gefahreneinsätze bei Minerva.

Wie es weitergeht. Das Geld fließt in die ersten bezahlten Pilotprojekte im Herbst sowie in die Weiterentwicklung des Roboters. Für deutsche Anwender ist das noch kein Produkt von der Stange. Die Richtung ist trotzdem klar: Nicht der Roboter übernimmt das Kommando, sondern der Mensch — die Maschine geht dorthin, wo es gefährlich wird.

Minerva Humanoids in Zahlen
Runderund 9 Millionen Euro (erste Finanzierung)
AnführerGeneral Catalyst
Weitere GeldgeberLong Journey Ventures, Credo Ventures, Hugging Face
Produkthalbautonomer Roboter „Roger“
EinsatzfelderÖl und Gas, Bombenentschärfung, Gefahrgut
Nächster Schritterste bezahlte Pilotprojekte im Herbst 2026

Halbautomatisch bedeutet: Ein Mensch steuert. Von selbstständigem Arbeiten ist der Roboter weit entfernt. Die genannten Todeszahlen stammen vom Unternehmen selbst.

Der Mensch steuert, die Maschine riskiert

Minerva besetzt eine Nische, in der Humanoide echten Nutzen stiften: gefährliche Arbeit, die zwei Hände und viel Erfahrung verlangt. Für den Mittelstand ist das noch kein Kaufprodukt. Es zeigt aber, wohin die Reise geht — Fachkräfte bleiben im Leitstand, der Roboter geht ins Risiko.

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