Multiply Labs: rund 68 Millionen Euro für Roboter in der Medikamenten-Produktion
- Multiply Labs erhält rund 68 Millionen Euro in einer Series-B-Runde.
- Angeführt wird die Runde vom Investor Patrick Soon-Shiong und seiner Firma NantWorks.
- Neu beteiligt sind unter anderem AstraZeneca, Lingotto und Teradyne.
- Laut Hersteller sinken die Kosten je Dosis um 74 Prozent, der Durchsatz steigt bis auf das Hundertfache.
Das US-Unternehmen Multiply Labs sammelt in einer Series-B-Runde rund 68 Millionen Euro ein. Seine Roboterzellen übernehmen in der Pharmaproduktion die Handgriffe, die bisher Menschen machen. Laut Hersteller sinken die Kosten je Dosis um 74 Prozent.
Wer dahinter steckt. Multiply Labs sitzt in San Francisco und wurde 2016 gegründet. Chef und Mitgründer ist Fred Parietti. Insgesamt hat das Unternehmen nach eigenen Angaben mehr als 90 Millionen Euro eingesammelt. Die neue Runde führt der Investor Patrick Soon-Shiong mit seiner Firma NantWorks an. Neu dabei sind unter anderem der Pharmakonzern AstraZeneca, die Beteiligungsfirma Lingotto und der Robotik-Zulieferer Teradyne, dem auch Universal Robots gehört.
Was die Roboter tun. Multiply Labs baut geschlossene Roboterzellen. Darin laufen die Fertigungsschritte ab, die sich nur schwer von Hand skalieren lassen. Die Zellen arbeiten mit vorhandenen Anlagen zusammen, der Kunde braucht also keine neue Halle. Sie stehen in einem geschlossenen, nach den Pharmaregeln zertifizierten Raum. Betrieben werden sie vom Pharmaunternehmen selbst, nicht von Multiply Labs als Dienstleister.
Warum das wichtig ist. Die KI beschleunigt die Suche nach neuen Wirkstoffen — die Produktion hält nicht Schritt. Viele Schritte in der Biotechnik sind Handarbeit, das bremst und erhöht die Gefahr von Verunreinigungen. Das heißt konkret: Je weniger ein Mensch zwischen zwei Arbeitsschritten anfassen muss, desto geringer das Risiko, dass eine ganze Charge ausfällt.
Wo das Geld hingeht. Multiply Labs will die Fertigungskapazität ausbauen und mehr Ingenieure, Zulassungs- und Vertriebsmitarbeiter einstellen. Ursprünglich lag der Schwerpunkt bei Zell- und Gentherapien. Jetzt kommen Antikörper, virale Vektoren und Botenstoff-Therapien dazu.
| Runde | rund 68 Millionen Euro (Series B) |
| Anführer | NantWorks (Patrick Soon-Shiong) |
| Neu beteiligt | AstraZeneca, Lingotto, Teradyne |
| Gesamt bisher | mehr als 90 Millionen Euro |
| Gegründet | 2016 in San Francisco |
| Kosten je Dosis | laut Hersteller 74 Prozent niedriger |
Die Angaben zu Kosten je Dosis und Durchsatz stammen vom Hersteller und sind nicht unabhängig geprüft.
Roboter schließen die Lücke zur Produktion
Die KI liefert immer mehr Wirkstoffe, die Fabriken kommen nicht hinterher. Roboterzellen wie die von Multiply Labs setzen genau dort an: bei den Handgriffen, die sich schwer skalieren lassen. Für Pharma- und Biotech-Zulieferer ist das ein Hinweis, wo die nächste Automatisierungswelle startet.
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