Roboter-Bestellungen in Nordamerika steigen um 24,8 Prozent

- 10.989 Roboter im Wert von rund 658 Millionen Euro wurden im dritten Quartal 2026 in Nordamerika bestellt, 24,8 Prozent mehr als 2025.
- Autozulieferer bestellten 90,4 Prozent mehr Roboter, Halbleiter und Elektronik 97,6 Prozent mehr.
- Cobots machten mit 1.831 Einheiten 16,7 Prozent aller Bestellungen aus, ein Plus von 56 Prozent.
- Nach neun Monaten stehen 28.984 Roboter und rund 1,72 Milliarden Euro zu Buche.
Nordamerikanische Firmen haben im dritten Quartal 2026 genau 10.989 Roboter bestellt, für rund 658 Millionen Euro. Das sind 24,8 Prozent mehr Einheiten als im Vorjahresquartal, meldet der Branchenverband A3. Es ist das stärkste Quartal des Jahres.
Wer die Zahlen erhebt. A3 ist der US-Verband der Automatisierungsbranche mit Sitz in Ann Arbor, Michigan. Seine Mitglieder sind Hersteller, Zulieferer, Systemintegratoren und Anwender. Die Quartalszahlen gelten als Frühindikator, weil zwischen Bestellung und Inbetriebnahme meist Monate liegen. Das heißt konkret: Was heute bestellt wird, steht im kommenden Halbjahr in der Halle.
Die Autobranche dreht wieder ins Plus. Nach einem schwachen ersten Halbjahr stiegen die Bestellungen der Autohersteller im dritten Quartal um 7,5 Prozent. Die Zulieferer legten um 90,4 Prozent zu. Über neun Monate liegen die Hersteller trotzdem noch 17 Prozent unter dem Vorjahr. Am stärksten wuchs die Halbleiter- und Elektronikbranche mit 97,6 Prozent, gefolgt von Kunststoff und Gummi mit 67,7 Prozent.
Cobots legen überproportional zu. 1.831 kollaborative Roboter wurden bestellt, 56 Prozent mehr als im Vorjahresquartal; sie stellen 16,7 Prozent aller Einheiten. Ein Cobot ist ein Roboterarm, der ohne trennenden Zaun neben Menschen arbeiten darf. In der Pharma- und Life-Sciences-Branche sind sie bereits 43,8 Prozent aller Bestellungen.
Einordnung für deutsche Betriebe. Die USA sind kein Sonderfall, sondern der größte Einzelmarkt und damit ein Vorlauf für Europa. Wer Investitionen für 2027 plant, findet dort die Muster, die ein halbes Jahr später hier ankommen: mehr Automatisierung in Elektronik und Pharma, Zurückhaltung bei Konsumgütern. Der Einkaufsmanagerindex der US-Industrie lag im September bei 54,5 Punkten, den neunten Monat in Folge über der Wachstumsschwelle von 50.
| Bestellte Roboter | 10.989 Einheiten |
| Bestellwert | rund 658 Mio. € |
| Veränderung zum Vorjahr | +24,8 % Einheiten, +26,1 % Wert |
| Autozulieferer | +90,4 % Einheiten |
| Halbleiter und Elektronik | +97,6 % Einheiten |
| Kunststoff und Gummi | +67,7 % Einheiten |
| Cobots | 1.831 Einheiten, +56 %, Anteil 16,7 % |
| Lebensmittel und Konsumgüter | −23,7 % Einheiten |
| Januar bis September | 28.984 Roboter, rund 1,72 Mrd. € |
| US-Einkaufsmanagerindex | 54,5 Punkte im September |
Ein starkes Quartal ist noch kein Boom
Die Autozulieferer bestellen wieder, die Hersteller liegen aber weiter unter dem Vorjahr. Wer aus diesen Zahlen einen Aufschwung ableitet, liest zu viel hinein. Klar ist: Die Nachfrage verteilt sich auf mehr Branchen — und das macht den Markt weniger abhängig von einem einzigen Segment.
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