Roboter-Chips aus China: D-Robotics sammelt 364 Mio. € ein

- D-Robotics sammelt umgerechnet 364 Mio. € ein — angeführt von Mirae Asset und Meituan.
- Die Sunrise-Chips des Unternehmens wurden über 8 Millionen Mal ausgeliefert; der S600 gewann in sechs Monaten mehr als 20 Kunden.
- Kostenanteile im Humanoiden: Antriebe 55 Prozent, Steuerungs- und KI-Chips 25 Prozent, Sensorik 11 Prozent, Energie 9 Prozent.
Der chinesische Anbieter D-Robotics hat eine Serie-C-Finanzierung über umgerechnet 364 Mio. € abgeschlossen. Das Geld fließt in die Sunrise-Chipfamilie und eine Software-Plattform für Roboterentwicklung. Damit rückt eine Schicht in den Blick, die im Humanoiden-Boom oft übersehen wird: die Zulieferer.
Wer investiert. Angeführt wird die Runde von der Vermögensverwaltung Mirae Asset und dem Handelskonzern Meituan. Beteiligt sind nach Angaben des Unternehmens außerdem ein nicht genanntes globales Internetunternehmen, institutionelle Anleger und bestehende Gesellschafter. Insgesamt hat D-Robotics im Jahr 2026 fast 576 Mio. € eingesammelt.
Was das Unternehmen liefert. D-Robotics baut Rechenmodule und Chips für Roboter. Von der Sunrise-Familie wurden kumuliert mehr als 8 Millionen Einheiten ausgeliefert. Der 2025 vorgestellte Chip S600 hat nach Firmenangaben in sechs Monaten mehr als 20 Kunden gewonnen; der Umsatz lag im ersten Halbjahr 2026 ein Mehrfaches über dem Vorjahr. Die neue Software-Plattform soll Datenerfassung, Modelltraining, Simulation, Ausführung und Inbetriebnahme abdecken. Das heißt konkret: Wer Roboter entwickelt, bezieht Rechenmodul und Software aus einer Hand, statt beides selbst zu integrieren.
Wo das Geld im Roboter steckt. Die Marktanalyse TrendForce schlüsselt die Bauteilkosten humanoider Roboter auf: 55 Prozent entfallen auf den Antriebsstrang aus Motoren, Getrieben und Gelenken, 25 Prozent auf Steuerungs- und KI-Chips, 11 Prozent auf Sensorik und 9 Prozent auf die Energieversorgung. Chipanbieter sitzen damit auf dem zweitgrößten Block der Bauteilkosten — und auf dem Teil, der über die Fähigkeiten eines Roboters entscheidet.
Warum das deutsche Betriebe betrifft. Wer Roboter einsetzt, kauft die Abhängigkeit mit: Antriebe und Rechenmodule kommen überwiegend aus Asien. Gleichzeitig verschärfen die USA den Zugang zu importierten Robotern und Komponenten. Wer heute Humanoiden oder mobile Roboter beschafft, sollte im Lastenheft festhalten, woher Steuerungselektronik und Ersatzteile kommen — und wie lange sie verfügbar bleiben.
| Finanzierung | 364 Mio. € (Serie C) |
| Federführung | Mirae Asset, Meituan |
| Kapital 2026 gesamt | fast 576 Mio. € |
| Sunrise-Chips ausgeliefert | über 8 Mio. Stück |
| S600-Kunden | mehr als 20 in sechs Monaten |
| Kostenanteile (TrendForce) | Antriebe 55 %, Chips 25 %, Sensorik 11 %, Energie 9 % |
Eine Finanzierungsrunde belegt keine Produktreife. Die Angaben zu Auslieferungen und Kunden stammen vom Unternehmen selbst; unabhängig geprüfte Stückzahlen gibt es nicht.
Was das für deutsche Betriebe heißt
Der Roboter-Boom wird nicht nur von Roboterherstellern getragen, sondern von Zulieferern für Antriebe, Sensorik und Chips. Wer beschafft, sollte die Lieferkette mitprüfen — und sich bei kritischen Bauteilen nicht auf einen einzigen Anbieter verlassen.
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