US-Regeln für Roboter: VDMA warnt deutsche Hersteller vor dem Verlust des US-Marktzugangs

- Die FCC verlangt seit Juli: Roboter über 2 Kilogramm mit Kameras und eigener Bewegung nur noch mit zwei Dritteln US-Bauteilen.
- VDMA-Fachverbandsgeschäftsführer Patrick Schwarzkopf: Für manche Hersteller droht der Verlust des Marktzugangs.
- NEURA Robotics prüft die Folgen, Schaeffler verweist auf seine lokalen Gesellschaften.
- Für Käufer in Deutschland ändert sich die Verfügbarkeit nicht — Lieferketten werden aber Vertragsthema.
Die US-Telekomaufsicht FCC lässt intelligente Roboter nur noch in Ausnahmefällen ins Land, wenn nicht zwei Drittel der Bauteile aus Amerika stammen. Was zunächst als Maßnahme gegen chinesische Anbieter gedacht war, trifft nach Einschätzung des VDMA auch deutsche und europäische Hersteller. Der Verband warnt vor dem Verlust des US-Marktzugangs.
Was die Regel verlangt. Die FCC hat im Juli eine nationale Sicherheitsbewertung zu importierten Robotern veröffentlicht. Danach dürfen intelligente Roboter, die sich bewegen, sehen können und mehr als zwei Kilogramm wiegen, nur noch eingeführt werden, wenn zwei Drittel ihrer Bauteile aus den USA stammen. Betroffen sind humanoide Roboter genauso wie Saugroboter mit Kamera.
Was der VDMA sagt. Patrick Schwarzkopf, Geschäftsführer des Fachverbands Robotik und Automation im VDMA, sieht die deutschen Hersteller in Schwierigkeiten. Wer schon in den USA produziere oder dort eine Produktion aufbauen könne, werde sich anpassen. Für andere Unternehmen "könnte das den Verlust des Marktzugangs in die USA bedeuten". Schwarzkopf nennt die Maßnahme klar, was sie ist: "Es handelt sich tatsächlich um eine protektionistische Maßnahme." Und weiter: "Arbeitsplätze werden dann in den USA entstehen, nicht in Deutschland."
Wen es konkret trifft. NEURA Robotics aus Metzingen, im Juni mit Investitionen von rund 1,3 Milliarden Euro ausgestattet, nennt die USA einen wichtigen Wachstumsmarkt. Das Unternehmen beobachtet die Regulatorik und prüft, ob sich daraus Folgen für NEURA ergeben. Schaeffler erklärt, man sei in allen wichtigen Weltregionen vertreten und arbeite mit zahlreichen Humanoid-Herstellern zusammen; eigens gegründete Gesellschaften sollen lokale Anforderungen abdecken.
Der Hintergrund. Deutschland war beim Einsatz von Industrierobotern lange Weltspitze, in der Produktion selbst ist der Vorsprung verloren: In Asien, vor allem in China, werden längst mehr Roboter installiert. Der Roboterhersteller Kuka gehört seit 2016 dem chinesischen Haushaltsgerätekonzern Midea. Bei den neuen humanoiden Robotern zählt der VDMA deutsche Anbieter dagegen zur Weltspitze. Die US-Investmentbank Morgan Stanley hält bis 2050 ein Marktvolumen von rund 4,5 Billionen Euro für möglich.
Das heißt konkret. Ein deutsches Robotikunternehmen hat künftig drei Wege in die USA: eigene Fertigung vor Ort, eine Partnerschaft mit US-Produzenten oder der Verzicht auf den Markt. Für Betriebe in Deutschland ändert sich an der Verfügbarkeit nichts — chinesische und europäische Anbieter liefern hier weiter. Aber Ersatzteile, Software-Updates und Lieferwege gehören jetzt schriftlich in jeden Beschaffungsvertrag.
| Betroffene Geräte | Roboter über 2 kg, mit Kamera und eigener Bewegung |
| Vorgabe | zwei Drittel der Bauteile aus den USA |
| Veröffentlicht | 27. Juli 2026 (FCC-Sicherheitsbewertung) |
| VDMA-Warnung | möglicher Verlust des US-Marktzugangs |
| Marktprognose | rund 4,5 Billionen Euro bis 2050 (Morgan Stanley) |
Die Aussagen des VDMA sind eine Verbandseinschätzung, keine behördliche Feststellung. Wie Ausnahmen beantragt werden können, ist bis heute nicht transparent geregelt.
Was daraus folgt
Robotik wird Teil der Handelspolitik. Wer heute in Deutschland Roboter einkauft, sollte Lieferfähigkeit über zehn Jahre, Ersatzteilgarantie und Datenzugriff schriftlich regeln — unabhängig davon, ob der Anbieter aus China, Europa oder den USA kommt.
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