TRUMPF halbiert die Rüstzeit: kompakte Laser-Schweißzelle mit KI

- Die TruLaser Weld 3000 ist rund 24 Prozent kleiner als die kleinste Variante der bisherigen TruLaser Weld 5000.
- TeachLine AI erkennt Abweichungen an Schweißpunkten und korrigiert den Roboterpfad am tatsächlichen Bauteil; Programmier- und Rüstzeit sinken laut TRUMPF um bis zu 50 Prozent.
- Erstmals zu sehen ist die Zelle auf der EuroBLECH in Hannover vom 20. bis 23. Oktober 2026.
TRUMPF bringt eine neue Laser-Schweißzelle für kleine und mittlere Blechbetriebe. Die TruLaser Weld 3000 ist deutlich kompakter als die bisherige Baureihe und lässt sich per KI-Unterstützung schneller einrichten. Premiere ist auf der EuroBLECH in Hannover, die vom 20. bis 23. Oktober läuft.
Was neu ist. Das Schutzgehäuse misst 3,65 mal 3,65 Meter und ist damit rund 24 Prozent kleiner als die kleinste Version der TruLaser Weld 5000. Im Inneren arbeitet ein KUKA-Iontec-Roboter mit 2.100 Millimetern Reichweite. Der Laser liefert wahlweise 3 oder 4 Kilowatt und schweißt Stahl bis 8 Millimeter sowie Aluminium bis 6 Millimeter Dicke. Die neue Schweißoptik ist etwa 40 Prozent kleiner — dadurch kommt der Roboter auch in tiefe Gehäuse, Kisten und Schaltschränke.
Wie die KI hilft. Beim Laser-Schweißen müssen zwei Bleche mit möglichst kleiner Lücke aneinander liegen. Diese Lücke nennt man Spalt; je größer sie ist, desto eher brennt die Naht durch. TRUMPF gleicht das technisch aus: BrightLine Scan überbrückt Spalten bis 0,4 Millimeter, die Funktion FusionLine arbeitet mit Zusatzdraht bis etwa 1,5 Millimeter. TeachLine AI geht einen Schritt weiter und erkennt Abweichungen an den Schweißpunkten, um den Roboterpfad am tatsächlichen Bauteil auszurichten. Bediener verschieben Punkte per Touchscreen; programmiert wird offline aus CAD-Daten, während die Maschine weiterproduziert.
Warum das für den Mittelstand zählt. Schweißer sind knapp, und Rüstzeiten fressen Kapazität: Wer eine Zelle zweimal pro Schicht umbaut, verliert einen erheblichen Teil der Laufzeit. TRUMPF gibt an, mit TeachLine Touch die Programmier- und Rüstzeit um bis zu 50 Prozent zu senken und die Einrichtung auch Mitarbeitern mit wenig Programmiererfahrung zu ermöglichen. Das heißt konkret: Mehr Kleinserien pro Schicht ohne zusätzliche Fachkraft — die Zelle rechnet sich über die Rüstzeit, nicht über die Schweißgeschwindigkeit.
Für wen sie gedacht ist. Zu den genannten Anwendungen gehören Schaltschränke, Blechteile für Rechenzentren, Medizintechnik sowie Küchen- und Lebensmitteltechnik. Beim Bauteilhandling gibt es drei Optionen: ein klassischer Schweißtisch, ein Dreh-Kipp-Positioner oder ein Rundtaktwechsler. Beim Rundtaktwechsler wird in der einen Kammer geschweißt, während die andere be- und entladen wird.
Einordnung. TRUMPF aus Ditzingen gehört zu den größten Laserherstellern der Welt und bedient mit der 3000er-Reihe Kunden unterhalb der großen Automobilzellen. Der Schritt ist konsequent, weil der Engpass in diesen Betrieben nicht die Laserleistung ist, sondern das Einrichten. Marktseitig trifft die Zelle auf kompakte Roboter-Schweißzellen der Systemintegratoren, die mit denselben Argumenten arbeiten: weniger Rüstzeit, weniger Fachkräftebedarf.
| Gehäuse | 3,65 x 3,65 m, ca. 24% kleiner als Weld 5000 |
| Roboter | KUKA Iontec, 2.100 mm Reichweite |
| Laserleistung | 3 kW oder 4 kW |
| Werkstoffe | Stahl bis 8 mm, Aluminium bis 6 mm |
| Spaltüberbrückung | 0,4 mm (Scan), ca. 1,5 mm mit Draht |
| Programmierung | offline aus CAD, bis 50% kürzere Rüstzeit |
| Messetermin | EuroBLECH Hannover, 20.-23. Oktober 2026 |
Die Zeitersparnis von bis zu 50 Prozent ist eine Herstellerangabe ohne benannte Kundenreferenz. TRUMPF nennt außerdem keinen Preis und keine Lieferzeit für die Zelle.
Fazit
Die TruLaser Weld 3000 ist kein neuer Laser, sondern eine Antwort auf das eigentliche Problem im Blechbau: das Einrichten. Wer Schweißkapazität sucht, sollte auf der EuroBLECH die Rüstzeiten der Zelle im eigenen Bauteilspektrum prüfen lassen — dort entscheidet sich, ob die Rechnung aufgeht.
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