Yaskawa kündigt Humanoiden an: Marktstart in ein bis zwei Jahren, Breite ab 2030

- Yaskawa nennt für seinen Humanoiden einen Marktstart in ein bis zwei Jahren und breiten Einsatz um 2030.
- Der Roboter heißt Torobo, ist 166 Zentimeter groß, wiegt 160 Kilogramm und hebt bis zu 20 Kilogramm.
- Yaskawa ist Weltmarktzührer bei Servomotoren — das Unternehmen liefert den Antrieb für einen Großteil der Fabrikautomation.
- Zuerst sollen Humanoide in Lagern und Fabriken menschliche Tätigkeiten übernehmen, später Haushalte folgen.
Der japanische Industrieroboter-Hersteller Yaskawa will in ein bis zwei Jahren humanoide Roboter anbieten und rechnet um 2030 mit breitem Einsatz. Die Ankündigung fällt mit einer angehobenen Prognose für das laufende Geschäftsjahr zusammen.
Wer da ankommt. Yaskawa wurde 1915 gegründet und gehört zu den vier größten Herstellern von Industrierobotern; die Maschinen laufen unter dem Namen Motoman. Das eigentliche Standbein ist der Antrieb: Bei AC-Servomotoren hält Yaskawa nach eigenen Angaben den größten Weltmarktanteil. Roboter und Antriebstechnik machen zusammen rund 90 Prozent des Umsatzes. Das heißt konkret: Yaskawa liefert die Muskeln, mit denen ein großer Teil der Fabrikautomation arbeitet. Ein Humanoid ist für die Firma deshalb kein Sprung ins Unbekannte, sondern eine neue Bauform.
Der Humanoide heißt Torobo. 2025 übernahm Yaskawa die auf humanoide Roboter spezialisierte Tokyo Robotics vollständig, eine Ausgründung der Waseda-Universität von 2015. Deren Torobo ist 166 Zentimeter groß, wiegt 160 Kilogramm und hat 24 Gelenke. Er hebt bis zu 20 Kilogramm. In allen Arm- und Hüftgelenken sitzen Kraftsensoren, damit der Roboter nachgiebig arbeiten kann, statt nur feste Positionen anzufahren. Das heißt konkret: Er kann Bauteile einlegen, ohne sie zu zerdrücken. Erste Einsatzfelder sind Lager und Fabriken.
Warum die Kehrtwende. Yaskawa hatte lange öffentlich erklärt, keine Humanoiden zu bauen. Der neue Kurs folgt dem, was die Branche Physical AI nennt: Roboter sollen Situationen erkennen und Aufgaben selbst planen, statt feste Programme abzuspulen. Yaskawa positioniert sich dabei als Lieferant der Hardware für die KI-Anbieter. Präsident Masahiro Ogawa sagt laut japanischen Medien, es komme eine Welt, in der Roboter in Haushalte einziehen.
Schon im eigenen Werk. In Kitakyushu baut Yaskawa seit Juni 2026 mit Robotern Roboter: In der Montage arbeiten 73 Roboter, etwa die Hälfte davon sind KI-gestützte Motoman Next. Sie drehen Schrauben ein und erkennen selbst, wenn ein Gewinde nicht fasst, und setzen neu an. Mit SoftBank und NVIDIA läuft seit Ende 2025 eine Zusammenarbeit zur Physical AI: Die großen Modelle rechnen in der Cloud, die Bewegungssteuerung sitzt im Roboter.
Der Zeitplan bleibt vorsichtig. In China baut der Wettbewerber Inovance ein ähnliches Portfolio aus Servomotoren und Robotern auf. Yaskawa nennt für den Humanoiden einen Marktstart in ein bis zwei Jahren und breite Nutzung um 2030. Für Betriebe heißt das: Der Humanoid ist 2026 kein Beschaffungsthema, Industrieroboter und Antriebstechnik sind es weiter.
| Unternehmen | Yaskawa Electric, gegründet 1915, Kitakyushu |
| Humanoide Sparte | Tokyo Robotics, 2025 vollständig übernommen |
| Torobo | 166 cm, 160 kg, 24 Gelenke, bis 20 kg Nutzlast |
| Marktstart | nach eigenen Angaben in ein bis zwei Jahren |
| Breiter Einsatz | erwartet um 2030 |
| Eigenes Werk | 73 Roboter in der Montage, rund die Hälfte KI-gestützt |
Was davon zu halten ist
Yaskawa braucht keine Ankündigungen, um Aufmerksamkeit zu bekommen: Das Unternehmen lebt von Servomotoren und Industrierobotern mit europäischem Service. Dass ein Zulieferer dieser Größe Humanoide als Serienprodukt plant, ist vor allem ein Signal für die Verfügbarkeit von Antrieben und Gelenken. Wer heute plant, sollte bei Robotern auf Rädern und klassischen Knickarmrobotern bleiben und den Marktstart 2027 als Beobachtungspunkt setzen.
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