15 Humanoide bestücken Autoteile: 98 Prozent Erfolgsquote in Hangzhou

- 15 Humanoide bestücken 15 Stationen im Werk 3 von Zhaofeng in Xiaoshan bei Hangzhou.
- Erfolgsquote 98 Prozent, über zwei Monate Laufzeit, rund 1.000 Stunden, mehr als 60.000 Teile.
- Die Taktzeit liegt bei 35 bis 40 Sekunden, eine Fachkraft braucht rund 15 Sekunden.
- Zhaofeng nutzt Humanoide für kleine Serien mit vielen Varianten, nicht als Ersatz der Linie.
Im Autoteile-Werk von Zhaofeng in Xiaoshan bei Hangzhou arbeiten 15 humanoide Roboter von Leju Robotics im Schichtbetrieb. Sie greifen Teile aus Drahtgitterboxen und legen sie an Bearbeitungsstationen ab. Die Erfolgsquote liegt nach Angaben der Betreiber bei 98 Prozent.
Was die Roboter tun. Die Humanoiden bedienen 15 Stationen und mehr als zehn Teiletypen, darunter Radlagernaben mit 80 bis 120 Millimetern Innendurchmesser. Die Anlage läuft seit über zwei Monaten und hat rund 1.000 Stunden sowie mehr als 60.000 Teile erreicht. Leju und Zhaofeng haben die gemeinsame Lösung am 15. Oktober im Werk vorgestellt.
Wo der Abstand bleibt. Pro Beladung braucht der Roboter 35 bis 40 Sekunden. Eine erfahrene Kraft schafft dasselbe in etwa 15 Sekunden. Der Vorstandsvorsitzende von Zhaofeng nennt diese Grenze offen: Erst bei rund 15 Sekunden rechne sich der breitere Einsatz, und dafür erwartet er sechs Monate bis ein Jahr. Das heißt konkret: Der Humanoide ergänzt heute die Linie, er ersetzt sie nicht.
Warum trotzdem Humanoide. Im Ersatzteilgeschäft laufen einzelne Aufträge über nur 250 bis 300 Sätze, mit vielen Varianten und häufigen Umrüstungen. Feste Roboterzellen rechnen sich dort kaum. Die Humanoiden übernehmen Bestücken, Umsetzen und Anpassen zwischen den automatisierten Schritten. Leju hat die Fähigkeit in über 30 Module zerlegt, damit neue Teile ohne Programmierung auf unterster Ebene laufen.
Was mit den Daten passiert. Die Flotte sammelt nach Angaben der Firmen über 40.000 Datensätze pro Monat. Diesen Datensatz aus dem echten Betrieb stellen sie der OpenLET-Gemeinschaft der OpenAtom-Stiftung zur Verfügung. Leju nennt Tempo als nächstes Ziel, etwa das gleichzeitige Greifen mit beiden Armen. Für andere Werke muss das System an neue Teile, Schnittstellen und Sicherheitsregeln angepasst werden.
| Partner | Leju Robotics, Zhaofeng (Autoteile) |
| Ort | Werk 3, Xiaoshan, Hangzhou (China) |
| Roboter | 15 Humanoide an 15 Stationen |
| Teile | über 10 Typen, Naben 80 bis 120 mm |
| Erfolgsquote | 98 Prozent |
| Laufzeit | über 2 Monate, rund 1.000 Stunden |
| Produzierte Teile | über 60.000 |
| Taktzeit Roboter | 35 bis 40 Sekunden |
| Taktzeit Fachkraft | rund 15 Sekunden |
| Zielmarke | rund 15 Sekunden, erwartet in 6 bis 12 Monaten |
| Daten | über 40.000 Aufzeichnungen pro Monat |
Alle Zahlen stammen von den beteiligten Firmen, nicht aus unabhängiger Prüfung. Die Taktzeit liegt weiter deutlich über der einer Fachkraft.
Einordnung
Der Fall zeigt, woran Humanoide im Werk gerade hängen: nicht an der Trefferquote, sondern am Tempo. 98 Prozent sind Alltagstauglichkeit. 40 Sekunden statt 15 sind der Rest der Aufgabe, und genau dafür hat der Betreiber ein Zeitfenster von sechs bis zwölf Monaten genannt.
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