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22.000 Humanoide im ersten Halbjahr: AgiBot vor Unitree — und die Industrie kommt

Agility-Roboter Digit bei Kommissionierarbeit in einem GXO-Lager
Das Wichtigste in 20 Sekunden
  • 22.000+ Auslieferungen im H1 2026, +300 % zum Vorjahr (Counterpoint Research).
  • AgiBot 9.700 Einheiten (43 %), Unitree über 7.000 (31 %), Galbot über 1.100, UBTECH 4,4 %, Leju 650 — Top 5 = 86 %.
  • Industrielle Fertigung steigt auf 13 %, Lagerlogistik auf 5 % — Entertainment und Datengewinnung bleiben bei über 60 %.
  • Prognose 2026: über 50.000 Einheiten; im H2 starten Massendeployments in Transport, Automobil und 3C.

Der Humanoid-Markt ist kein Versprechen mehr, sondern eine Lieferstatistik: Im ersten Halbjahr 2026 wurden weltweit über 22.000 humanoide Roboter ausgeliefert — fast 300 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Die Zahlen von Counterpoint Research zeigen zugleich, wo die Roboter tatsächlich arbeiten: zunehmend in Fertigung und Logistik.

Wer die Stückzahlen macht

AgiBot bleibt der klare Marktführer: 9.700 ausgelieferte Einheiten entsprechen einem Anteil von über 43 Prozent. Die Serien X2 (Entertainment, Service, Forschung) und G2 (Industrie) tragen das Wachstum; der G2 arbeitet unter anderem bei Longcheer und Joyson Electronics an Elektronik- und Autozulieferer-Linien. Unitree folgt mit über 7.000 Einheiten (31 Prozent) — getragen von der G1-Serie in Forschung und Bildung, gestärkt durch den Börsengang im August. Dahinter: Galbot mit über 1.100 Einheiten (rund 5 Prozent), UBTECH mit 4,4 Prozent und Leju Robotics mit 650 Einheiten. Die Top 5 teilen sich 86 Prozent des Marktes — fast alles chinesische Hersteller.

Industrie statt Show

Der Blick auf die Anwendungen relativiert den Hype: Entertainment, Performance und Datengewinnung machen zusammen weiterhin mehr als 60 Prozent der Auslieferungen aus. Der Anteil der intelligenten Fertigung stieg aber auf 13 Prozent, Lager und Logistik auf 5 Prozent — und genau dort wächst der Bedarf: Für standardisierte Aufgaben wie Materialtransport, Sortieren und Sichtprüfung in der 3C-Fertigung werden Humanoide zunehmend in Serie eingesetzt, etwa bei Galbot auf CATL-Linien.

Digit von Agility Robotics bei der Kommissionierung in einem GXO-Lager Quelle: Humanoid Robotics Technology
Digit von Agility Robotics bei der Kommissionierung in einem GXO-Lager (Quelle: Humanoid Robotics Technology)

Was 2026 noch kommt

Counterpoint erwartet für das Gesamtjahr über 50.000 Auslieferungen. Im zweiten Halbjahr sollen erste Pilotprojekte aus Service und Industrie in die Massenphase gehen: Humanoide im regulären Betrieb an Verkehrsknotenpunkten, Automobilhersteller setzen sie entlang der gesamten Wertschöpfungskette ein — von der Produktion über den Verkauf bis zum After-Sales. UBTECH hat den Ausblick für die Walker-S-Serie von 2.000–3.000 auf 5.000 Einheiten angehoben; die Verkäufe des Unternehmens legten zuletzt um 1.445 Prozent zu.

Was das für den Mittelstand bedeutet

Die chinesische Dominanz bei Stückzahlen und Preis bleibt die zentrale Marktlage: Wer humanoide Roboter evaluiert, bekommt die meiste Auswahl aus China — mit deutschen und europäischen Anbietern als Qualitäts- und Integrationspartnern. Die wachsenden Industrieanteile sind das Signal für Anwender: Die Technik ist von der Demo- in die Anspruchsphase gewechselt; wer plant, sollte jetzt konkrete Use Cases und Stückzahlen der Hersteller einfordern.

Humanoid-Markt H1 2026 (Counterpoint Research)
Auslieferungen H1 2026über 22.000 Einheiten
Wachstum+300 % zum Vorjahr
AgiBot9.700 Einheiten (43 %)
Unitreeüber 7.000 Einheiten (31 %)
Galbotüber 1.100 Einheiten (~5 %)
UBTECH4,4 % · Leju 650 Einheiten (2,9 %)
Fertigung/Logistik13 % / 5 % der Auslieferungen
Prognose 2026über 50.000 Einheiten

Unsere Einordnung

Die 22.000er-Marke ist die bisher härteste Zahl des Humanoid-Booms: Sie stammt von einem Analystenhaus, nicht vom Marketing. Entscheidend für den Mittelstand ist der Trend in den Daten — weg von Show-Robotern, hin zu repetitiven Industrieaufgaben, wo sich Amortisation rechnen lässt. Der deutsche Hebel liegt wie gehabt in Nischen mit hohen Sicherheits- und Qualitätsanforderungen.

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