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Roboter im Handwerk: Für die meisten Betriebe lohnt es sich noch nicht — für manche schon

Das ist die ehrlichste Aussage auf dieser Website. Handwerk lebt von wechselnden Aufträgen und Einzelstücken — genau das, wofür Roboter schlecht taugen. Es gibt aber eine klare Ausnahme, und die ist es wert, geprüft zu werden.

Realitäts-Check

Die Schwelle heißt Wiederholung — nicht Betriebsgröße

Ein Roboter rechnet sich nicht ab einer bestimmten Mitarbeiterzahl, sondern ab einer bestimmten Wiederholhäufigkeit. Wenn in Ihrer Werkstatt jeden Tag derselbe Arbeitsschritt mindestens ein bis zwei Stunden bindet — Bohren, Schleifen, Zuschnitt vorbereiten —, dann lohnt sich das Rechnen. Wenn jeder Auftrag anders aussieht, ist die Antwort heute schlicht: nein.

Wo es im Handwerk funktioniert

Es geht nicht um die Baustelle, sondern um die Vorfertigung in Ihrer eigenen Werkstatt.

1

Serienteile in der Vorfertigung

Eignung: hoch
Typisch
Immer gleiche Bauteile bohren, fräsen, zuschneiden oder bestücken — etwa Beschläge, Halterungen, Leisten.
Warum
Auch kleine Betriebe fertigen oft dieselben Teile immer wieder, ohne es als Serie zu betrachten.
Prüfen Sie
Welches Teil fertigen Sie am häufigsten? Genau dort liegt der Ansatzpunkt.
2

Schleifen und Oberflächen

Eignung: mittel bis hoch
Typisch
Flächen schleifen, Kanten brechen, Lackieren vorbereiten — mit gleichmäßigem Druck.
Warum
Staubig und gesundheitlich belastend. Ein kraftgeregelter Cobot hält den Anpressdruck konstanter als jede Hand.
Effekt
Gleichmäßigere Qualität und deutlich weniger Staubbelastung für Ihre Leute.
3

Kleben, Dosieren, Auftragen

Eignung: mittel
Typisch
Klebstoff- oder Dichtstoffraupen exakt und wiederholbar auftragen.
Warum
Von Hand schwer gleichmäßig, Materialverbrauch sinkt spürbar.
Achtung
Lohnt sich nur bei wiederkehrenden Geometrien — nicht bei jedem Auftrag neu.
Unsere Empfehlung für den Einstieg

Ein handführbarer Cobot — oder erst einmal gar nichts

Wenn Sie einsteigen, dann mit einem Cobot, den Ihre Leute per Hand anlernen können, statt ihn zu programmieren. Alles andere scheitert in einem Betrieb ohne eigene Programmierer. Und wenn Ihre Prüfung ergibt, dass sich keine Aufgabe täglich wiederholt: Sparen Sie das Geld. Wir sagen Ihnen das lieber jetzt als nach dem Kauf.

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1

Führen Sie eine Woche lang Strichliste

Notieren Sie, welcher Arbeitsschritt wie oft vorkommt. Erst wenn ein Schritt täglich mindestens ein bis zwei Stunden bindet, lohnt das Weiterrechnen. Diese Strichliste ist die günstigste Investitionsentscheidung, die Sie treffen können.

2

Anlernen statt programmieren

Achten Sie darauf, dass der Roboter durch Handführung angelernt werden kann. Wenn für jede Änderung ein Techniker kommen muss, wird die Anlage im Alltag nicht genutzt — und steht nach einem halben Jahr in der Ecke.

3

Rechnen Sie mit Ihrem eigenen Stundensatz, nicht mit dem Lohn

Wenn Sie als Inhaber selbst schleifen, ist die entscheidende Zahl nicht der Lohn eines Gesellen, sondern Ihr verrechenbarer Stundensatz. Jede Stunde, die Sie nicht mit Kundenarbeit verbringen, kostet Sie deutlich mehr als eine Hilfskraftstunde.

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Vorlage für eine Woche Werkstattbeobachtung — plus Auswertungshilfe.

Tipp 4: Die Wiederholungsschwelle konkret berechnen

Ab wie vielen Wiederholungen pro Woche rechnet sich ein Cobot bei Ihrem Stundensatz? Die Formel berücksichtigt Rüstzeit, Anlernaufwand und den Umstand, dass …

Tipp 5: Gebraucht kaufen — worauf Sie bei gebrauchten Cobots achten müssen und welche Bauteile typischerweise zuerst ausfallen …

Tipp 6: Förderung für Kleinbetriebe — welche Programme auch unter zehn Mitarbeitenden greifen und welche Nachweise verlangt werden …

Kostenlos zum Weiterlesen

Praxis-Leitfaden „Handwerk"

22 Seiten · 12 Einsatzfälle mit Zahlen · 13 Schemata und Layouts · 4 durchgerechnete Fallprofile, darunter ein abgebrochenes Projekt.

  • Die Wiederholungsschwelle: ab wie vielen Teilen am Tag es sich rechnet
  • 12 Einsatzfälle, jeder mit seiner eigenen Schwelle
  • Zwei Grundrisse: Cobot am Arbeitsplatz und gekapselte Schleifzelle
  • Vier Fallprofile — darunter ein Betrieb, dem wir abgeraten haben
  • Neun Fragen, die den Integrator entlarven
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Lohnt sich das?

Rechnen Sie mit Ihrem eigenen Stundensatz — ehrlich, mit Abdeckungsgrad.

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Auch kleine Betriebe kommen infrage — was realistisch drin ist.

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Die genannten Größenordnungen beruhen auf öffentlich verfügbaren Preisen (Stand 30.07.2026) und typischen Projektwerten. Im Handwerk entscheidet die Wiederholhäufigkeit — verbindlich ist erst eine Betrachtung Ihrer konkreten Abläufe.