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Lager & Logistik: Die einzige Branche, in der Humanoide schon echte Arbeit machen

Während anderswo noch Pilotprojekte laufen, arbeiten hier bereits Roboter im Kundeneinsatz — Agility Digit bewegt Behälter unter anderem bei Schaeffler. Trotzdem ist der Humanoid selten Ihr erster Schritt. Hier steht, was sich wirklich zuerst rechnet.

Realitäts-Check

Erst der Transport, dann das Greifen

Fahrerlose Transportroboter, die Behälter von A nach B bringen, sind ausgereift, vergleichsweise günstig und schnell eingeführt. Roboter, die greifen — kommissionieren, depalettieren, Einzelstücke picken — sind erheblich teurer und anspruchsvoller. Wer beides gleichzeitig angeht, verzettelt sich. Trennen Sie die beiden Themen und fangen Sie mit dem Transport an.

Diese drei Aufgaben lohnen sich zuerst

Nach Einführungsaufwand sortiert — nicht nach technischer Faszination.

1

Transport auf fester Route

Eignung: sehr hoch
Typisch
Behälter und Paletten zwischen Wareneingang, Lager und Montage fahren — auf wiederkehrenden Wegen.
Warum
Ihre Mitarbeitenden laufen täglich Kilometer. Diese Zeit ist reine Wegzeit ohne Wertschöpfung.
Effekt
Am schnellsten eingeführt, geringstes Projektrisiko, sofort messbar in gesparten Wegen.
2

Palettieren und Depalettieren

Eignung: hoch
Typisch
Gleichartige Kartons lagenweise stapeln oder abräumen, Paletten wechseln.
Warum
Schwer, monoton, verschleißt Rücken und Schultern. Bei gleichen Gebindegrößen technisch gut beherrschbar.
Achtung
Je gemischter die Palette, desto teurer. Sortenrein ist einfach, gemischt ist ein anderes Projekt.
3

Kommissionieren einzelner Artikel

Eignung: mittel
Typisch
Einzelne Artikel aus Behältern greifen und auftragsbezogen zusammenstellen.
Warum
Der größte Personalblock im Lager — entsprechend hoch der theoretische Nutzen.
Achtung
Technisch am anspruchsvollsten: viele Artikelformen, empfindliche Verpackungen, Greifer-Grenzen. Hier lohnt vorher ein Testlauf.
Unsere Empfehlung für den Einstieg

Erst mieten, dann kaufen

Logistik ist die einzige Branche, in der Sie einen Humanoiden heute realistisch testen können, statt ihn zu kaufen. Über Robotics-as-a-Service zahlen Sie eine Tages- oder Monatsrate, prüfen Ihren tatsächlichen Anwendungsfall und behalten die Freiheit, wieder auszusteigen. Bei einer Technik, die jedes Jahr besser und günstiger wird, ist das die klügere Entscheidung.

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1

Zählen Sie zuerst die Wege, nicht die Griffe

In den meisten Lagern steckt der größte unbemerkte Aufwand in Laufwegen. Messen Sie eine Woche lang, wie viel Zeit für reines Transportieren draufgeht. Diese Zahl überzeugt die Geschäftsführung meist mehr als jede Roboterdemonstration.

2

Ebener Boden ist wichtiger als jede Spezifikation

Bodenwellen, Rampen, Schwellen und herumliegende Paletten sind die häufigste Ursache für Störungen. Prüfen Sie die Route, bevor Sie die Technik prüfen. Oft ist ein reparierter Boden die günstigste Voraussetzung für ein gelungenes Projekt.

3

Klären Sie die Anbindung an Ihre Lagerverwaltung

Ein Transportroboter ohne Auftragsdaten ist ein teurer Wagen. Fragen Sie früh: Gibt es eine Schnittstelle zu Ihrem WMS oder ERP — und wer bezahlt die Anbindung? Dieser Posten fehlt in vielen Angeboten und kostet später fünfstellig.

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Wegzeit-Messbogen und Prüffragen zu Boden, Route und WMS-Anbindung.

Tipp 4: Miete gegen Kauf — die Rechnung über fünf Jahre

Bei Tagesraten ab 899 € kippt die Rechnung je nach Einsatzdauer schnell. Ab etwa … Einsatztagen im Jahr wird der Kauf günstiger, davor bleibt die Miete …

Tipp 5: Schnittstellen zu WMS und ERP — welche Standards es gibt und woran Anbindungen in der Praxis scheitern …

Tipp 6: Die 9 Fragen an den Anbieter, inklusive Verfügbarkeitszusage und Reaktionszeit im Störfall …

Kostenlos zum Weiterlesen

Praxis-Leitfaden „Lager & Logistik"

22 Seiten · 12 Einsatzfälle mit Zahlen · 13 Schemata und Layouts · 4 durchgerechnete Fallprofile, darunter ein abgebrochenes Projekt.

  • 12 Einsatzfälle vom Palettieren bis zum fahrerlosen Transport
  • Warum der Roboter im Lager oft selbst der Engpass ist
  • Zwei Grundrisse: Doppelaufgabe an einem Arm und AMR-Rundlauf
  • Vier durchgerechnete Fallprofile — darunter ein Piece-Picking-Abbruch
  • Neun Fragen, die den Integrator entlarven
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Die genannten Größenordnungen beruhen auf öffentlich verfügbaren Preisen und Angaben (Stand 30.07.2026). Miet-Konditionen sind projektabhängig — verbindlich ist erst ein Angebot.