AgiBot G2: Der Industrie-Humanoid, der nicht läuft — und genau deshalb funktioniert

- Humanoider Oberkörper mit zwei Armen auf einem radbasierten Fahrgestell — keine Beine.
- 135.000 € bei Reichelt, Lieferzeit rund 4 Wochen.
- Einziges Modell im Feld mit industrieller Schutzklasse und Batteriesystem für Dauerbetrieb.
- In unserem Kaufcheck Empfehlung der Klasse „Industrie & Dauerbetrieb“.
- Der Hersteller nennt keine Rechenleistung — der wichtigste offene Punkt.
Während die Branche über zweibeinige Roboter spricht, liefert AgiBot ein Gerät mit Fahrgestell — und macht damit vieles richtig. Der G2 ist der einzige Humanoid in unserem Kaufcheck mit industrieller Schutzklasse. Das hat einen Preis: 135.000 € und keine einzige Stufe.
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Was der G2 ist
Der G2 gehört zu einer Bauform, die in der öffentlichen Wahrnehmung kaum vorkommt: ein Roboter mit menschenähnlichem Oberkörper — Kopf, zwei Arme, Greifhände — der aber auf einem Fahrgestell steht statt auf Beinen. AgiBot beschreibt ihn als industrietauglichen, radbasierten Humanoiden mit rund 175 cm Höhe.
Genau diese Kombination ist der Punkt. Die Arme sitzen auf Menschenhöhe und erreichen damit Werkbänke, Regale und Maschinen, die für Menschen gebaut wurden. Die Fortbewegung übernimmt aber ein Fahrwerk, das nicht balancieren muss, nicht stürzen kann und keine Energie fürs Aufrechtbleiben verbraucht.
Warum die Räder der eigentliche Fortschritt sind
Zweibeinige Roboter beeindrucken, weil sie schwierig zu bauen sind. Für einen Betrieb ist das jedoch kein Wert an sich. Balancieren kostet dauerhaft Rechenleistung und Akku, erzeugt Verschleiß an vielen Gelenken und schafft ein Sturzrisiko, das in einer Halle mit Menschen sicherheitstechnisch aufwendig zu beherrschen ist.
Der G2 tauscht genau diese Fähigkeit gegen Eigenschaften, die in der Produktion zählen: längere Laufzeiten, weil keine Energie ins Balancieren fließt, höhere Standfestigkeit beim Greifen und — als einziges Modell in unserem Vergleich — eine industrielle Schutzklasse samt Batteriesystem, das für kontinuierlichen Betrieb ausgelegt ist.
Der Preis dafür ist eindeutig: keine Stufen, keine Treppen, kein Zwischengeschoss ohne Aufzug. Wer das braucht, ist hier falsch. Wer eine ebene Halle hat — und das trifft auf die große Mehrheit von Produktion und Lager zu —, verliert nichts und gewinnt viel. Wir haben die drei Bauformen im Kaufcheck ausführlich gegenübergestellt.
Die Zahlen
| Preis | 135.000 € |
| Lieferzeit | ca. 4 Wochen |
| Höhe | 175 cm |
| Bauform | radbasiert, humanoider Oberkörper |
| Besonderheit | industrielle Schutzklasse |
| Energie | Batteriesystem für Dauerbetrieb |
| Rechenleistung (TOPS) | keine Angabe |
Für wen er sich lohnt — und für wen nicht
Sinnvoll ist der G2 dort, wo eine klar umrissene Aufgabe häufig wiederkehrt, der Boden eben und befahrbar ist und die Anlage über Schichten hinweg laufen soll: Fertigung und Intralogistik mit hoher Auslastung. Bei 135.000 € rechnet sich das erst bei entsprechendem Volumen — rechnen Sie es mit Ihren Zahlen durch, bevor Sie Angebote einholen.
Nicht sinnvoll ist er für Betriebe mit Stufen, Rampen oder verwinkelten Altbauten, für wechselnde Einzelaufgaben und für alle, die eigentlich nur einen Handgriff an einer Maschine automatisieren wollen. Für den letzten Fall ist ein Cobot-Arm ab rund 11.000 € die deutlich vernünftigere Wahl.
Der offene Punkt, den Sie ansprechen sollten: AgiBot veröffentlicht für den G2 keine Rechenleistung in TOPS. Bei einem Gerät dieser Preisklasse ist das die entscheidende Größe für die Nutzungsdauer — der verbaute Rechner lässt sich später praktisch nicht tauschen. Lassen Sie sich die Rechenplattform vor einer Bestellung schriftlich bestätigen. Zum Vergleich: Die Schwestermodelle A2 Ultra nennen 275 TOPS, der Booster T2 PRO sogar 2.000 TOPS.
Unsere Einordnung
In unserem Kaufcheck führt der G2 die Klasse „Industrie & Dauerbetrieb“ an — nicht, weil er der teuerste oder beweglichste ist, sondern weil er als Einziger für den Zweck gebaut wurde, den diese Klasse verspricht: durchhalten. Schutzklasse und Dauerbetriebs-Akku sind keine Marketingmerkmale, sondern die Voraussetzung dafür, dass ein Roboter nach sechs Monaten noch läuft.
Die fehlende TOPS-Angabe bleibt der Wermutstropfen. Sie ist kein Ausschlusskriterium — aber ein Punkt, den Sie vor der Unterschrift klären sollten, nicht danach.
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