AWS baut offene Werkzeugkette für Roboter-Entwicklung

- Fünf Schritte: synthetische Daten, Training, Simulation, Einsatz am Gerät, Nachlernen
- Kombination aus SageMaker, IoT Greengrass sowie Isaac Sim, Lab und GR00T
- Die Werkzeugkette ist hardwareneutral und offen für verschiedene Roboter
- Amazon nennt über eine Million eigene Roboter im Einsatz
Amazon Web Services hat am 8. Oktober eine offene Werkzeugkette für Physical AI vorgestellt. Sie verbindet Dienste von AWS mit der Robotics-Software von NVIDIA in einem Arbeitsablauf. Das Ziel: Roboter-Modelle sollen von der Datenaufnahme bis zum Dauerbetrieb auf einem Weg kommen.
Was die Werkzeugkette abdeckt. Sie bündelt fünf Schritte: künstlich erzeugte Trainingsdaten, Modelltraining, Simulation und Prüfung, Ausrollen auf das Gerät und das Nachlernen aus dem Betrieb. Für das Training nutzt AWS seinen Dienst SageMaker. Für die Verteilung auf die Maschine kommt IoT Greengrass zum Einsatz.
Welche Rolle NVIDIA spielt. Von NVIDIA kommen die Bausteine Isaac Sim, Isaac Lab, Isaac GR00T und Cosmos. Isaac Sim ist eine Umgebung, in der ein Roboter virtuell trainiert und geprüft wird, bevor er sich bewegt. Das heißt konkret: Neuer Bewegungsablauf erst in der Simulation, dann an der echten Maschine.
Warum Daten der Engpass sind. Sprachmodelle haben das Internet als Datenquelle, Roboter haben nichts Vergleichbares. Sri Elaprolu von AWS sagt: Firmen sollen sich auf ihr Problem konzentrieren, nicht auf die Infrastruktur. Deshalb erzeugt die Werkzeugkette zusätzliche Trainingsszenarien am Rechner und prüft sie in der Simulation.
Wo das schon läuft. In den Lagern von Amazon arbeiten nach Firmenangaben über eine Million Roboter. Ein zweites Beispiel nennt AWS selbst: In Japan stehen mehr als 300 Humanoide in Convenience-Stores im Einsatz. Diese Läden gelten als schwieriger als eine Fabrik, weil sich die Umgebung ständig ändert.
Was das für den Mittelstand heißt. Die Werkzeugkette ist Infrastruktur, kein Roboter. Wer sie nutzt, braucht eigene Anwendungsdaten und Entwickler. Das heißt konkret: Prüfen Sie vor dem Einstieg, welcher Systemintegrator in Ihrer Nähe mit dieser Kette arbeitet.
| Anbieter | Amazon Web Services (open source) |
| Partner | NVIDIA |
| Bausteine | synthetische Daten, Training, Simulation, Edge, Nachlernen |
| Training | Amazon SageMaker |
| Betrieb am Gerät | AWS IoT Greengrass |
| Simulation | NVIDIA Isaac Sim, Lab, GR00T, Cosmos |
Die Werkzeugkette löst nicht das Datenproblem. Wer keine eigenen Aufnahmen aus der Fertigung hat, bekommt aus der Simulation kein fertiges Modell für seine Halle.
Fazit
AWS und NVIDIA bauen die Infrastruktur für Roboter-Modelle und stellen sie offen bereit. Der Engpass bleibt die eigene Anwendung. Wer Roboter einführen will, sollte mit echten Aufnahmen aus dem eigenen Betrieb anfangen, nicht mit der Software.
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