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BYD zeigt Humanoiden-Design: Patentbilder zum 1,61 Meter großen „Xiao Di“

Fertigungslinie in der Automobilproduktion: Karosserien laufen an Schweißrobotern vorbei (Quelle: The Robot Report)
Das Wichtigste in 20 Sekunden
  • Die chinesische Patentbehörde hat am 9. Oktober ein Design-Patent von BYD für einen „Embodied AI Robot“ veröffentlicht.
  • Das früher gezeigte Modell „Xiao Di“ ist laut älteren Angaben 1,61 Meter groß, 58,5 Kilogramm schwer und hat 31 Gelenkachsen.
  • BYD forscht seit 2022 an Humanoiden, ist an AgiBot und Percibot beteiligt und testet UBTECH-Roboter in eigenen Werken.
  • Vize-Chefin Stella Li will zwei bis drei Roboter pro Autohaus einsetzen — verkauft würde über das bestehende Händlernetz.

BYD hat über eine Patentveröffentlichung erstmals das Aussehen seines eigenen Humanoiden gezeigt. Die am 9. Oktober veröffentlichten Zeichnungen der chinesischen Patentbehörde CNIPA zeigen einen zweibeinigen Roboter mit ovalem Kopf, dunklem Gesicht und beweglichen Fingern. Ein fertiges Produkt ist das nicht — BYD nennt weder Preis noch Verkaufstermin.

Was die Zeichnungen zeigen. Das Patent trägt den Titel „Embodied AI Robot“, also verkörperte KI, und nennt Service, Bildung und Industrie als Einsatzfelder. Zu sehen sind zwei Arme, zwei Beine und Gelenke in Schultern, Ellbogen, Hüfte und Knien. Aus früheren Angaben ist das Modell „Xiao Di“ bekannt: 1,61 Meter groß, 58,5 Kilogramm schwer, 31 Gelenkachsen. Die Greifhand arbeitet laut Herstellerangaben mit einer Wiederholgenauigkeit von plus/minus einem Millimeter. Das heißt konkret: Der Roboter soll Gegenstände greifen, auf Dinge zeigen und mit Menschen über Gesten kommunizieren — typische Aufgaben am Empfang, in der Vorführung oder in der Montage.

Wie BYD in die Robotik kam. Der Autobauer hat 2022 ein eigenes Forschungsteam für das Thema aufgestellt. 2023 beteiligte sich das Unternehmen an AgiBot, im April 2025 kam ein Anteil an Percibot dazu. Die eigenen Werke dienen als Testfeld: Im Werk Changsha lief bereits der Industrie-Humanoide Walker S1 von UBTECH für Materialtransport und Identifikationsaufgaben. Die Strategie ist erkennbar: BYD will Hardware und Steuerung mit der eigenen Fertigungsskala günstig bauen, statt eine fremde Plattform einzukaufen.

Der Verkaufsweg ist der eigentliche Plan. Vize-Präsidentin Stella Li sagte im Juni, sie wolle langfristig zwei bis drei Roboter pro BYD-Autohaus einsetzen. Sie sollen Kunden begrüßen, Fahrzeugfunktionen erklären und das Infotainment vorführen. Für Haushalt und Service sieht sie einen großen Markt — verkauft werden könnte dann über das bestehende Händlernetz. Zusätzlich plant BYD eine offene Robotik-Plattform, auf der auch Roboter anderer Anbieter laufen sollen. Li betont zugleich, ein Roboter ersetze nicht die Beziehung zwischen Verkäufer und Kunde.

Was das für den Mittelstand bedeutet. Ein Patent schützt nur das Aussehen. Es sagt nichts über Leistung, Serienreife oder Preis — und einen Verkaufstermin nennt BYD nicht, obwohl eine Vorstellung schon für August angekündigt war. Interessant ist etwas anderes: Autohersteller bringen ihre Zulieferketten, Batterietechnik und Fertigungserfahrung in die Robotik. Das drückt mittelfristig die Preise und vergrößert die Zahl der Anbieter. Wer heute Automatisierung einkauft, bekommt dadurch mehr Vergleichsangebote — aber auch mehr Ankündigungen, die noch keine Lieferzusage sind.

BYD und der Humanoide: die Fakten
Forschungsteamseit 2022, eigene Robotik-Abteilung
BeteiligungenAgiBot (2023), Percibot (2025)
Testeinsatz im WerkUBTECH Walker S1 in Changsha (Materialtransport)
PatentDesign „Embodied AI Robot“, veröffentlicht 9. Oktober 2026
Modell „Xiao Di“ (frühere Angaben)1,61 m, 58,5 kg, 31 Gelenkachsen
Vertriebsidee2 bis 3 Roboter pro Autohaus (Angabe Stella Li)

Ein Design-Patent belegt die Form, nicht die Funktion. BYD hat weder Stückzahlen, Preise noch einen Verkaufstermin genannt. Wer einen Humanoiden sucht, sollte heute mit lieferbaren Systemen planen und Ankündigungen als Beobachtungsposten führen.

Abwarten mit klarer Checkliste

BYD signalisiert, dass Humanoiden für Autobauer zum Serienthema werden. Für Betriebe heißt das: Preise und Anbieterzahl werden sich bewegen, kurzfristig ändert sich aber nichts. Wer Roboter für konkrete Aufgaben braucht, prüft zuerst fahrerlose Transporter und Zweiarm-Roboter — sie sind heute lieferbar und kalkulierbar. Den Humanoiden aus dem Autohaus setzt man als Option für 2027/2028 auf die Beobachtungsliste.

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