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Humanoiden mieten statt kaufen: Motion bringt das Abo-Modell in Europas Fabriken

Das Motion-Team mit seinem humanoiden Roboter
Das Wichtigste in 20 Sekunden
  • 1,8 Mio. € Pre-Seed (Extantia Capital, Norrsken Evolve) für Humanoids-as-a-Service.
  • Fünf Piloten in Belgien: Waren in Kisten, Komponenten aufs Band, Container beladen.
  • Monatliche Gebühr statt Kaufpreis — Training, IT-Integration, Fleet-Management, Versicherung, Compliance inklusive.
  • Hardware-agnostisch plus Partnerprogramm für Systemintegratoren; Start im Benelux-Raum.

Roboter im Abo: Das Brüsseler Startup Motion will Europas Fabriken humanoide Roboter als monatliche Flatrate anbieten — inklusive Training, Integration, Versicherung und Wartung. 1,8 Mio. € Pre-Seed und fünf laufende Piloten in Belgien sind der Start.

Das 2026 gegründete Unternehmen vermietet Humanoide an Industrie-, Lager- und Logistikfirmen, statt sie zu verkaufen. Statt Kaufpreis und Eigenbetrieb zahlen Kunden eine monatliche Gebühr, die den kompletten Deployment-Prozess abdeckt: Datensammlung, Roboterauswahl, Aufgabentraining, IT-Integration, Flottenmanagement, Finanzierung, Versicherung, Compliance und Wartung. Der Kunde soll sich um nichts kümmern müssen — außer um die Aufgabe.

Fünf Piloten laufen bereits mit Industrie-, Lager- und Logistikunternehmen in Belgien. Die Roboter werden dort für Aufgaben trainiert, die den Kern der Lagerarbeit ausmachen: Waren in Kisten laden, Kartons in Container packen, Komponenten auf Förderbänder legen — immer Seite an Seite mit den vorhandenen Mitarbeitern. „Europa hat ein Robotik-Einführungsproblem. Adoption scheitert an Finanzierung, Risiko und Compliance, lange bevor sie an der Technologie scheitert. Wir nehmen alles, was zwischen einer Fabrik und ihrem ersten Humanoiden steht, und machen daraus eine vorhersehbare Monatsgebühr — einen Roboter einzustellen sollte so einfach sein wie einen Menschen einzustellen“, sagt Gründer und CEO Alexander Stevens.

Das Modell ist bewusst herstellerunabhängig: Kunden sollen den Roboter wählen können, der zur Anwendung passt, ohne sich auf einen Hersteller festzulegen. Motion betreibt dazu eine europäische Software-Schicht, über die Deployment-Erfahrung aus allen Projekten ins eigene Netzwerk fließt, während die Kunden die Kontrolle über ihre Daten behalten. Dazu kommt ein Partnerprogramm für Systemintegratoren und Automatisierungsspezialisten, die über die Motion-Plattform eigene Kundenprojekte umsetzen können.

Das frische Kapital — geführt von Extantia Capital, mit Beteiligung von Norrsken Evolve — soll die fünf Piloten in kommerziellen Dauerbetrieb überführen, das Team vergrößern und die Roboterflotte ausbauen. Der geografische Fokus liegt zunächst auf dem Benelux-Raum, danach soll Europa folgen.

Motion — das Abo-Modell
ModellHumanoids-as-a-Service, monatliche Gebühr
Finanzierung1,8 Mio. € Pre-Seed (Extantia Capital, Norrsken Evolve)
Piloten5 in Belgien (Industrie, Lager, Logistik)
InklusiveTraining, IT-Integration, Fleet-Management, Versicherung, Compliance
Hardwareherstellerunabhängig
FokusBenelux, danach Europa

Der offene Punkt: Welcher Hersteller die Roboter liefert und was die Monatsrate kostet, nennt Motion nicht. Das Abo senkt die Einstiegshürde — aber die Technologiereife der gemieteten Roboter entscheidet über den Nutzen.

Unsere Einordnung

Das Abo-Modell adressiert genau die Hürde, an der Humanoide im Mittelstand bisher scheitern: nicht die Technik, sondern Kapitalbindung und Betriebsrisiko. Wenn Motion die fünf Piloten in kommerzielle Verträge überführt, wäre das ein starkes Signal — gemietete Humanoide als kalkulierbare Betriebskosten statt spekulativer Investition.

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