Europas erste Humanoid-Massenproduktion startet: Minth Group und AGIBOT eröffnen Fabrik in Šabac

- Minth Group (China) und AGIBOT eröffnen in Šabac Europas erste Massenproduktionsbasis für Humanoide und Roboterhunde.
- Phase 1: 20 Mio. € Investition, rund 3.000 m²; später Robotik-Industriepark bei Indjija mit geplanten 200 Mio. €.
- Zielkapazität: bis zu 20.000 Einheiten pro Jahr für Europa und den Weltmarkt — Start mit über 5.000.
- Roboter für Verladen, Materialtransport und Inspektion; Expansion in Haushalt und Pflege geplant.
Serbien hat am Wochenende Europas erste Massenproduktionsbasis für humanoide Roboter eröffnet: Der chinesische Automobilzulieferer Minth Group betreibt die Fabrik in Šabac gemeinsam mit dem Roboterhersteller AGIBOT — mit Blick auf den europäischen Markt.
Die Fabrik wurde in Anwesenheit von Serbiens Präsident Aleksandar Vučić und Minth-Gründer Qin Ronghua eröffnet. Die erste Phase umfasst eine Investition von 20 Mio. € auf rund 3.000 m²: montiert werden humanoide Roboter und Roboterhunde, außerdem werden Bewegungs- und Sensorsysteme kalibriert und Leistungstests durchgeführt. Vučić sagte, er hoffe auf zunächst mehr als 5.000 Roboter pro Jahr.
Das Projekt ist als Etappensprung angelegt: Später soll bei Indjija ein Robotik-Industriepark entstehen, die Gesamtinvestition wird mit rund 200 Mio. € angegeben. Am Ende soll die Anlage bis zu 20.000 Humanoide und Roboterhunde pro Jahr produzieren — für Europa und darüber hinaus. Auch Drohnen (UAVs) und fortschrittliche Batterien sind laut Qin geplant.
Die Roboter sind mit multimodalen Wahrnehmungssystemen ausgestattet, taktile Sensoren in den Fingerspitzen ermöglichen präzise Kraftregelung und flexibles Greifen. KI-Deep-Learning-Algorithmen sollen autonome Anpassung an komplexe Umgebungen erlauben. Eingesetzt werden die Systeme zunächst beim Ver- und Entladen, Materialtransport und in der Inspektion — Aufgaben, die bisher gefährlich oder repetitiv waren. Später sollen Haushalt und Altenpflege folgen.
Minth Group ist seit 2018 in Serbien aktiv und betreibt dort zehn Fabriken — die Robotik-Produktion baut auf einem etablierten Fertigungsökosystem auf. Beobachter sehen darin eine Aufwertung Serbiens in der europäischen Hightech-Kette: Der Balkan-Staat, traditionell stark in der Autoteile-Fertigung, könnte zur Brücke zwischen chinesischer Technologie und europäischer Nachfrage werden. Für Europa füllt das Werk eine Lücke bei lokaler Massenproduktionskapazität.
Für deutsche Mittelständler ist die Meldung zweischneidig: Positiv ist die Nähe — Lieferwege und Servicewege nach Europa werden kürzer. Gleichzeitig zeigt das Projekt, wie schnell chinesische Hersteller industrielle Fertigungskapazität direkt an der EU-Grenze aufbauen. Wer bei Robotik-Automation zuschauen will, sollte den Zeitplan im Blick behalten: 20.000 Einheiten pro Jahr sind eine Ansage an den europäischen Markt.
| Phase 1 | 20 Mio. €, rund 3.000 m² |
| Gesamtinvestition | bis 200 Mio. € (Robotik-Industriepark Indjija) |
| Kapazität | bis 20.000 Einheiten/Jahr |
| Start | über 5.000 Einheiten pro Jahr |
| Partner | Minth Group + AGIBOT |
| Anwendungen | Verladen, Materialtransport, Inspektion; später Haushalt/Pflege |
Die Kapazitäts- und Investitionszahlen sind Ankündigungen des Betreibers bzw. der serbischen Regierung. Ob die Stückzahlen erreicht werden, zeigt erst der Dauerbetrieb.
Unsere Einordnung
Die erste Humanoid-Massenproduktion Europas entsteht nicht in Deutschland, sondern in Serbien — finanziert und betrieben von chinesischen Unternehmen. Für den Mittelstand heißt das: Humanoide kommen schneller in europäische Hallen, als viele rechnen, aber die Wertschöpfung liegt zunächst bei den chinesischen Playern.
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