Teradyne verklagt JAKA: Der Patent-Kampf um die Cobot-Klasse

- Klage vor dem UPC in Kopenhagen gegen JAKA-Deutschland: mehrere Patente, Hardware und Software.
- Zweiter Fall in Europa: Gegen Elite Robots gilt seit April eine einstweilige Verfügung (Landgericht Hamburg).
- UR-CTO Brandt: Teradyne kaufte einen JAKA-Roboter und fand „ziemlich offensichtliche“ Verletzungen.
- Ein Urteil könnte in 17 der 18 UPC-Staaten plus Großbritannien und Spanien gelten.
Teradyne Robotics zieht gegen die nächste chinesische Cobot-Kopie vor Gericht: Die Muttergesellschaft von Universal Robots verklagt die deutsche Tochter von JAKA vor dem Einheitlichen Patentgericht (UPC) in Kopenhagen — wegen Verletzung mehrerer Patente auf Hardware und Software ihrer kollaborativen Roboterarme.
Es ist der zweite große Fall gegen einen chinesischen Roboterhersteller in Europa binnen eines Jahres. Im Februar 2026 verklagte Teradyne die deutsche Tochter von Elite Robots wegen Urheberrechtsverletzung; seit April verbietet eine einstweilige Verfügung des Landgerichts Hamburg dem Unternehmen, die strittige Software und Produkte damit in Deutschland anzubieten. Der neue Fall ist nach Angaben des Unternehmens anders gelagert: „Das ist ein Patentverfahren, das andere war Urheberrecht. Diesmal sind es mehrere Patente, die sowohl wesentliche Hardware- als auch Softwareaspekte unserer Produkte abdecken“, sagt David Brandt, Entwicklungschef (CTO) von Universal Robots.
Auslöser war ein genaues Hinsehen: „Unsere Roboter und die von JAKA sehen sich ziemlich ähnlich. Wir haben uns deshalb einen Roboter von JAKA gekauft und genauer untersucht — und dann war ziemlich offensichtlich, dass hier möglicherweise Patentverletzung vorliegt.“ Die Klage umfasst eine Reihe von JAKA-Cobots, die in der EU vermarktet werden; verhandelt wird am UPC-Standort Kopenhagen, weil mutmaßliche Verletzungshandlungen auch in Dänemark stattfanden.
Die Reichweite eines Urteils wäre groß: Es könnte in 17 der 18 UPC-Mitgliedsstaaten gelten und über das UPC-Abkommen hinaus auch in Großbritannien und Spanien Wirkung entfalten. Teradyne-Robotics-Präsident Jean-Pierre Hathout stellt klar: „Wir werden unsere Patente und Schutzrechte gegen illegales und unfaires Kopieren durchsetzen — Hardware wie Software.“ JAKA hat sich bislang nicht geäußert.
Im Zentrum steht der direkte Vergleich der Portfolios. Universal Robots führt die UR-Serie (UR8 Long bis UR30, Nutzlasten 10 bis 35 kg) und die kompaktere e-Serie (UR3e bis UR16e, 3 bis 16 kg). JAKA bietet die Serien Zu, Pro, S, AL, A und Mini samt MiniCobo an — die Zu-Serie als breite General-Purpose-Familie (Zu3 bis Zu30, 3 bis 30 kg), die Pro-Serie (Pro5, Pro12, Pro16) für raue Umgebungen mit IP68-Schutz, etwa für Palettieren, Schleifen und Schweißen.
Brandt betont, der Fall sei keine China-Frage: „Es geht nicht darum, dass das Unternehmen chinesisch ist. Es geht darum, dass andere Dinge kopieren, die wir entwickelt haben — egal woher sie kommen.“ Die Kehrseite der Offenheit: Sobald ein Roboter verkauft ist, kann er zerlegt und nachgebaut werden. Patente, Urheberrechte und Geschäftsgeheimnisse sind laut Brandt der einzige Hebel — und genau den zieht Teradyne jetzt.
| Kläger | Teradyne Robotics (Universal Robots) |
| Beklagte | JAKA Robotics, deutsche Tochter |
| Gericht | UPC Local Division Kopenhagen |
| Vorwurf | Patentverletzung, Hardware und Software |
| Vorheriger Fall | Elite Robots: Urheberrecht, einstweilige Verfügung Hamburg (April 2026) |
| Wirkung eines Urteils | 17 von 18 UPC-Staaten plus UK und Spanien |
| UR-Portfolio | UR-Serie (10–35 kg) + e-Serie (3–16 kg) |
Der offene Punkt: JAKA hat sich bislang nicht geäußert, ein Urteil kann Jahre dauern. Für Käufer bedeutet das: Billig-Cobots aus Fernost können ein rechtliches Folgekosten-Risiko tragen — Lieferantensicherheit und Schutzrechte vor Vertragsabschluss prüfen.
Unsere Einordnung
Der Preiskampf der Cobots wird zunehmend auf dem Rechtsweg entschieden. Teradyne verteidigt die UR-Technologie mit Patenten statt mit Rabatten — ein Signal an alle, die mit Kopien kalkulieren. Für den Mittelstand ist die Botschaft doppelt: Wer UR kauft, bekommt geprüfte, geschützte Technik. Wer auf günstige Klone setzt, muss mit Unterbrechungen, Rückrufen oder Schadensersatz rechnen.
Was würde ein Roboter in Ihrem Betrieb kosten?
Rechnen Sie Break-even und Monatsrate in 60 Sekunden aus — kostenlos, ohne Anmeldung.
Zum ROI-Rechner →