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UBTECH setzt auf Wiederbestellungen statt Auslieferungszahlen

UBTECH Walker S2 in der Flugzeugmontage
Das Wichtigste in 20 Sekunden
  • UBTECH (09880.HK) verkaufte 2025 genau 1.079 humanoide Roboter — Umsatz 820 Mio. Yuan (+2.203,7 %), 41,1 % des Konzernumsatzes.
  • Neuer Maßstab laut Vizepräsident Jiao Jichao: Wiederbestellungen aus der Industrie statt Video-Hype.
  • Consumer-Serie U1: 119.800–990.000 Yuan, über 13.000 Vorbestellungen, erste Lieferung am 16. September.

Auf der World Robot Conference in Peking setzt UBTECH einen neuen Maßstab für die Humanoid-Branche: Nicht mehr Auslieferungszahlen zählen, sondern Umsatz und Wiederbestellungen. Genau die Frage, die auch Einkäufer stellen sollten.

UBTECH (Börsenkürzel 09880.HK) ist Chinas erster börsennotierter Humanoid-Hersteller und nutzt die World Robot Conference in Peking (19.–23. August, über 300 Aussteller, rund 3.000 Exponate) für einen Strategiewechsel in der Kommunikation: Statt Auslieferungszahlen will das Unternehmen über Umsatz und Wiederbestellung sprechen. Am Messestand zeigten die Industrie-Humanoide Cruzr Y1 und Cruzr S2 Live-Einsätze bei Blech-Handling für die Automobilfertigung, Palettieren und Logistik-Sortierung — während die hyperrealistische Companion-Serie U1 die größten Menschenmengen anzog.

Die Zahlen, die durch das Event kursierten: 2025 verkaufte UBTECH 1.079 humanoide Roboter in voller Größe und erzielte damit einen Umsatz von 820 Mio. Yuan — ein Plus von 2.203,7 Prozent. Damit sind Humanoide mit 41,1 Prozent die größte Einnahmequelle des Konzerns, dessen Gesamtumsatz erstmals über 2 Mrd. Yuan lag.

Jiao Jichao, Vizepräsident und Leiter des Forschungsinstituts für Embodied Intelligence und humanoide Robotik, sagte gegenüber Medien, bloße Stückzahlen sagten für ein börsennotiertes Unternehmen wenig aus — Umsatz und Profit seien die Kernindikatoren. Entscheidend sei, dass Industriekunden inzwischen nachbestellen. Die Ausscheidungsrunde der Branche werde nicht von den coolsten Videos entschieden, sondern von Robotern, die in echten Fabriklinien dauerhaft weiterlaufen.

Im Consumer-Segment prescht UBTECH mit der U1-Serie vor: Seit dem Launch im Juni kostet die Serie 119.800 bis 990.000 Yuan (rund 15.000 bis 125.000 Euro); mehr als 13.000 Kanal-Bestellungen liegen vor, die ersten Auslieferungen sind für den 16. September angekündigt. Als größten Engpass der Branche benennt UBTECH Daten: multimodale, dreidimensionale, zeitlich synchronisierte Annotation sei komplex. Das hauseigene VLA-Modelle (KI, die Sehen, Verstehen und Handeln verbindet)-Modell Thinker-VLA steigert die industrielle Inferenz-Effizienz um 176 Prozent und senkt den Speicherbedarf um 60 Prozent; mit MetaX entwickelt UBTECH zudem eigene Edge-Chips.

Marktkontext: Morgan Stanley prognostiziert für 2026 Auslieferungen von 50.000 Humanoiden in China; im ersten Halbjahr kamen laut Branchendaten über 40.000 Roboter aus chinesischer Produktion — rund 97 Prozent der Weltproduktion. Für deutsche Einkäufer heißt das: Der größte und härteste Testmarkt für Humanoide ist China, und UBTECH liefert die Referenzfrage gleich mit — läuft der Roboter im Dauerbetrieb der Linie, nicht nur auf der Messe?

UBTECH — die Eckdaten (2025)
Ausgelieferte Humanoide 20251.079 (vollgroße Modelle)
Umsatz Humanoiden820 Mio. Yuan (+2.203,7 %)
Anteil am Konzernumsatz41,1 % (Gesamt über 2 Mrd. Yuan)
U1-Serie (Consumer)119.800–990.000 Yuan, über 13.000 Bestellungen
Erste U1-Lieferung16. September 2026
Thinker-VLA+176 % Inferenz-Effizienz, −60 % Speicher
China-Anteil Weltproduktion H1 2026rund 97 %

Auslieferung ist nicht Betrieb. 1.079 verkaufte Humanoide 2025 sind eine Zahl — zum Vergleich nennt AgiBot 15.000 ausgelieferte Einheiten. Fragen Sie bei Angeboten nach belegten Wiederbestellungen und Laufzeiten im Schichtbetrieb.

Unsere Einordnung

UBTECH formuliert, was für Käufer immer galt: Relevant ist nicht, wie viele Roboter ein Hersteller versendet, sondern ob Kunden nachbestellen, weil die Maschine im Betrieb Wert schafft. Dass Chinas erster börsennotierter Humanoid-Hersteller das jetzt selbst so kommuniziert, ist ein Reifesignal der Branche.

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