Machine Vision: Europas Bildverarbeitung wächst 2026 wieder

- Der VDMA erwartet 2026 rund drei Prozent Umsatzwachstum für die europäische Bildverarbeitung
- Bauteile wuchsen schon 2025 um vier Prozent, komplette Systeme verloren sechs Prozent
- Fast zwei Drittel der Firmen sehen KI als wichtigsten Treiber
- Deutschland bleibt der schwache Markt
Die europäische Bildverarbeitung kehrt 2026 auf den Wachstumspfad zurück. Der VDMA erwartet rund drei Prozent mehr Umsatz. In Deutschland bleibt die Nachfrage dagegen verhalten.
Wer die Zahl nennt. Daniel Seiler, Vorsitzender der VDMA-Fachabteilung Machine Vision und Chef von AT-Automation Technology, hat die Erwartung zur Eröffnung der Messe Vision 2026 in Stuttgart vorgestellt. Rund 500 Aussteller zeigen dort bis zum 8. Oktober Kameras, Sensoren und Software.
Zwei Märkte, zwei Richtungen. Kameras, Optiken und Sensoren legten 2025 um vier Prozent zu. Komplette Bildverarbeitungssysteme verloren dagegen sechs Prozent. Das heißt konkret: Wer Komponenten liefert, spürt die Nachfrage früher als der Anlagenbauer, der sie einbaut.
KI als Treiber. In der VDMA-Umfrage „Machine Vision in Europe" sehen fast zwei Drittel der Unternehmen KI als entscheidenden Treiber. Prüfaufgaben, die früher über feste Regeln gelöst wurden, lassen sich heute mit KI anlernen. Das heißt konkret: Auch kleine Serien und wechselnde Teile werden für die automatische Prüfung wirtschaftlich.
Warum Deutschland bremst. Geopolitische Unsicherheit und eine schwache Investitionsbereitschaft belasten das Geschäft. Wachstumsimpulse kommen vor allem aus Nordamerika und Asien. Trotzdem wertet der Verband die langfristigen Aussichten positiv.
| Prognose 2026 | rund +3 Prozent Umsatz (VDMA) |
| Bauteile 2025 | +4 Prozent |
| Systeme 2025 | −6 Prozent |
| KI als Treiber | fast zwei Drittel der befragten Firmen |
| Deutschland | Nachfrage verhalten |
| Messe Vision 2026 | Stuttgart, 6. bis 8. Oktober, rund 500 Aussteller |
Die drei Prozent sind eine Verbandsschätzung aus Umfragen, keine gemessenen Umsätze. Vor allem der deutsche Markt hängt an der Investitionsbereitschaft der Industrie.
Fazit
Machine Vision wächst wieder, aber nicht überall: Komponenten laufen, Systeme hinken hinterher. Wer Kameras und Sensoren für Prüfaufgaben einkauft, findet derzeit viele KI-fähige Angebote — und sollte vor der Investition klären, ob die Auswertung in der eigenen Halle wirklich trainiert werden kann.
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