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Milliarden investiert, Roboter brechen aus: Walmarts Lektion für die Lager-Automatisierung

Automatisches Kleinteilelager: Shuttles fahren dicht an dicht durch die Regalgassen (Quelle: The Robot Report)
Das Wichtigste in 20 Sekunden
  • Laut Wall Street Journal können die eingesetzten kleinen Radroboter große oder schwere Artikel nicht greifen — etwa Säcke mit Hundefutter.
  • Die Geräte fallen häufig aus und stören dadurch den laufenden Betrieb in mehr als einem Dutzend Lagerhäusern.
  • Die Lohnkosten für Mechanik- und Elektroingenieure in den automatisierten Lagern liegen über denen der ungelernten Lagerarbeiter.
  • Der Einzelhändler Kroger hat nach einem gescheiterten automatisierten Verteilsystem rund 2,4 Milliarden Euro abgeschrieben.

Walmart hat Milliarden in die Automatisierung seiner Lager gesteckt — und kämpft nach einem Bericht des Wall Street Journal weiter mit einfachen Aufgaben. Selbst das Herausnehmen einer Ware aus einem Karton ist demnach schwer zu automatisieren. Mehrere Robotikfirmen wurden beauftragt, am Ende blieben kleine Radroboter für über ein Dutzend Lagerhäuser übrig.

Was die Roboter nicht schaffen. Die kleinen Fahrroboter bewegen Ware zwischen Stationen, können aber größere und schwere Artikel nicht greifen. Große Säcke Hundefutter werden weiter von Hand umgeschlagen. Dazu kommen häufige Ausfälle: Die Geräte brechen so oft aus, dass der Betrieb ins Stocken gerät. Das heißt konkret: Die Automatisierung deckt nur den Teil des Ablaufs ab, in dem Ware gleichförmig und leicht ist. Alles andere bleibt Personalaufwand — und damit ein Kostenblock, der nicht verschwindet, sondern sich verschiebt.

Die Folgekosten sind der eigentliche Punkt. Nach Angaben von Walmart-Insidern liegen die Personalkosten für Mechanik- und Elektroingenieure in den automatisierten Lagern über den Lohnkosten der ungelernten Lagerarbeiter. Statt einer Lohnrechnung entsteht also eine Wartungs- und Ingenieurrechnung. Der Netzwerkberater Rueben Scriven von Interact Analysis beschreibt die Lage laut Bericht als Wettrüsten zwischen den großen Einzelhändlern, in dem nicht nur Walmart, sondern auch Amazon steckt.

Fahrerloses Transportfahrzeug in einer Fertigungshalle Quelle: The Robot Report
Fahrerloses Transportfahrzeug in einer Fertigungshalle (Quelle: The Robot Report)

Der Vergleichsfall ist teuer geworden. Der Einzelhändler Kroger hatte in ein automatisiertes Verteilsystem investiert und musste nach dem Scheitern rund 2,4 Milliarden Euro abschreiben. Die Lektion dieser Fälle ist nicht, dass Automatisierung nicht funktioniert. Sie lautet: Fachpersonal, Ersatzteile und Ausfallzeiten gehören in die Rechnung — sonst kippt das Ergebnis im Betrieb. Walmarts Liefernetz versorgt rund 5.200 Filialen in den USA, entsprechend groß ist der Effekt jeder Störung.

Und die Humanoiden? Sie gelten für das Lager weiterhin als Zukunftsthema. Zweibeinige Roboter für gemischte Handhabung sind nach Einschätzung der Branche von einem zuverlässigen Dauerbetrieb weit entfernt. Wer heute Lagergänge automatisieren will, plant mit fahrerlosen Transportern, Shuttle-Lagern und festen Zellen — dort sind Ausfallraten und Wartungsintervalle bekannt.

Walmart-Automatisierung im Überblick
InvestitionsvolumenMilliarden in die Lagerautomation, genaue Summe nicht genannt
Eingesetzte Technikkleine Radroboter in mehr als einem Dutzend Lagerhäusern
Grenzengroße und schwere Artikel bleiben Handarbeit
Ausfälleregelmäßig, mit Störungen im Betriebsablauf
Ingenieurkostenüber den Löhnen der ungelernten Lagerarbeiter
Vergleichsfall Krogerrund 2,4 Milliarden Euro Abschreibung

Die Zahlen stammen aus dem Wall Street Journal und beruhen teilweise auf anonymen Quellen aus dem Unternehmen. Walmart selbst nennt keine Kostenaufstellung — belastbare Vergleichswerte liefern erst eigene Messungen im Betrieb.

Erst rechnen, dann rollen

Automatisierung im Lager scheitert selten an der Technik, sondern an der Rechnung. Wer investiert, sollte Wartungspersonal, Ersatzteile und Ausfallzeiten von Anfang an einplanen und einen Gang oder ein Lager zuerst als Piloten fahren. Ein ehrlicher Vorher-Nachher-Vergleich der Durchlaufzeiten zeigt schneller als jede Präsentation, ob sich der Rollout lohnt.

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