Förderung prüfen →
Im FokusNewsFörder-CheckROI-RechnerBeratung — Robo ReadyNewsletter
WerkzeugeFörder-CheckROI-RechnerKaufcheck: 16 ModelleAnbieter in Ihrer NäheHersteller & MarktausblickMarktübersicht & VergleichRoboter kaufenRoboter mieten (RaaS)Sicherheit & Pflichten
BranchenKleine ProduktionMetallbau & CNCBäckerei & LebensmittelLager & LogistikHandwerkReinigung & GebäudeLandwirtschaftGastronomie & HotelleriePflege & GesundheitswesenBauwesen
StartNewsMarkt
Markt

Wo steht Deutschland? Jan Peters über die Standortfrage der humanoiden Robotik

Wo steht Deutschland? Jan Peters über die Standortfrage der humanoiden Robotik
Das Wichtigste in 20 Sekunden
  • **China** führt bei den Roboter-Körpern: klassische Elektrotechnik, die sie nie aufgegeben haben
  • **USA** setzt voll auf KI: Grundlagenforscher wandern direkt von Stanford/Berkeley in die Konzerne
  • **Deutschland**: Aufholjagd nötig – freiwillig aufgegebene Elektrotechnik, Blaupause-Denken und Startups, die bei zehn Leuten hängen bleiben
  • **NEURA** wird von Peters explizit als deutsches Unternehmen genannt, das auf dem Weltmarkt vorne mitspielen will
  • **Kontext**: Preisverfall von fast 2 Mio. € auf weniger als einen Kleinwagen in vier Jahren – Peters rechnet mit dem ChatGPT-Moment der Robotik in rund drei Jahren

Wer führt bei humanoiden Robotern? Im ZDFheute-live-Interview hat Robotik-Professor Jan Peters (TU Darmstadt) eine ungewöhnlich ehrliche Antwort gegeben: China dominiert bei den Körpern, die USA bei der KI – und Deutschland muss eine Aufholjagd starten. Für die deutschen Mittelständler, die über den Einstieg in humanoide Roboter nachdenken, ist seine Analyse die aktuellste Standortbestimmung aus erster Reihe.

Humanoider Roboter im Paket-Lager — die Frage aus dem ZDFheute-Beitrag „KI und Roboter: Nie wieder arbeiten?" beantworte
Humanoider Roboter im Paket-Lager — die Frage aus dem ZDFheute-Beitrag „KI und Roboter: Nie wieder arbeiten?" beantwortet Peters mit dem Verweis auf Wohn- und Bringaufgaben in Logistik, Pflege und Industrie (Quelle: ZDFheute)

Die Bestandsaufnahme. Die Chinesen sind bei den Körpern extrem gut, weil sie klassische Elektrotechnik können und nicht aufgegeben haben, sagt Peters. Der Mindset der chinesischen Ingenieure sei, das Produkt so lange weiterzuentwickeln, bis es richtig gut ist – lieber etwas versteckt vor dem Kunden. Die Amerikaner dagegen hätten voll auf KI gesetzt: Der entscheidende Vorteil sei die Nähe zwischen Grundlagenforschung und Firmen – Top-Absolventen von Stanford und Berkeley wechseln direkt in die großen IT-Konzerne und nehmen das Wissen mit. Deutschland? Wir waren in Deutschland mal richtig gut in Elektrotechnik. Ich habe nie verstanden, warum wir das freiwillig aufgegeben haben, so Peters.

Warum Deutschland abgehängt wurde. Peters nennt zwei strukturelle Probleme: das Blaupause-Denken – man glaube immer noch, eine Blaupause in die Industrie verkaufen zu müssen, statt zu verstehen, dass man heute nur noch Köpfe produzieren kann in der KI – und die fehlende Skalierung: Deutsche Startups bleiben klassisch bei zehn Leuten hängen und schaffen nicht den Sprung auf das Level, das in Robotik und KI den Unterschied macht. Dazu kommt ein kultureller Punkt: Die klassischen Maschinenbauer und Elektroingenieure hätten Sensorik und Intelligenz lange abgelehnt – und jene ausgelacht, die früh darauf gesetzt haben.

Die Chance: NEURA als Weltmarkt-Kandidat. Auf die Frage nach Deutschlands Rolle nennt Peters ausdrücklich ein Unternehmen aus dem Südwesten: Mit NEURA auch ein Unternehmen, das auf dem Weltmarkt ganz vorne mit dabei sein will. Zwar will er nicht im Detail auf NEURA eingehen, aber er sieht in Deutschland viele Startups, die wirklich herausragend sind – in KI ebenso wie in Robotik. Die deutsche Chance liege darin, auf vielen tollen Dingen aufzubauen und die vielen guten Köpfe, die es hier gibt, wirken zu lassen.

Der Kontext, in dem die Standortfrage entschieden wird. Peters erinnert an den Preisverfall: Vor vier Jahren kostete ein humanoider Roboter fast 2 Mio. €, heute weniger als ein Kleinwagen. Er rechnet garantiert innerhalb von drei Jahren mit einem ChatGPT-Moment der Robotik – und hält es für ziemlich sicher, dass in zehn Jahren typischerweise ein humanoider Roboter im Haushalt steht. Die Überalterung spiele dabei in die Hände: Die Roboter kämen genau zur richtigen Zeit – auch wenn selbst ihn als Fachmann das Tempo verunsichert: Nahezu jede der optimistischsten Prognosen, die ich gemacht habe, wurde noch übertroffen.

Die Standortfrage in Zahlen
Preisverfallvor 4 Jahren ~2 Mio. € pro Humanoid → heute weniger als ein Kleinwagen
ChatGPT-Moment der Robotikgarantiert in ~3 Jahren (Peters-Prognose)
Humanoid im Haushaltin ~10 Jahren ziemlich sicher (Peters-Prognose)
NEURAvon Peters im ZDF als deutsches Weltmarkt-Unternehmen genannt
Deutsche Startupsscheitern laut Peters oft an der Skalierung (bei 10 Leuten hängen bleiben)

Subjektive Einschätzung von Prof. Jan Peters (TU Darmstadt) im ZDFheute-live-Interview – keine offizielle Branchenprognose.

Fazit

Für den Mittelstand ist die Botschaft zweischneidig: Deutschland hat den Anschluss noch nicht verloren – aber die Zeit drängt. Wer heute plant (NEURA als heimischer Anbieter, Preisverfall als Türöffner), kann von der Aufholjagd profitieren, statt sie nur zu beobachten.

Was würde ein Roboter in Ihrem Betrieb kosten?

Rechnen Sie Break-even und Monatsrate in 60 Sekunden aus — kostenlos, ohne Anmeldung.

Zum ROI-Rechner →