World Robot Conference 2026 — Tag 2: Der Procurement Day

- Procurement Day: Einkäufer-Tag für Industrie und Handel.
- 300+ Aussteller, über 2.000 Exponate und 3.000+ Produkte.
- Dual-Arm-Systeme und vielfältige Industrie-Anwendungen im Fokus.
- Deutlicher Trend: von der Demo in die echte Fabrik.
Der zweite Tag der World Robot Conference 2026 in Peking gehörte den Käufern: Als Procurement Day brachte er Industrie-Einkäufer und Hersteller direkt zusammen. Mit über 300 Ausstellern und mehr als 2.000 Exponaten — nach Angaben der Veranstalter sogar über 3.000 ausgestellten Produkten — zeigt die Messe, wie schnell humanoide Roboter und Industrieautomation vom Showcase in die echte Produktion wandern.
Vom Demo-Format zum Geschäft
Der Procurement Day ist neu im WRC-Programm und adressiert genau die Frage, die für unsere Leser am wichtigsten ist: Was ist nicht nur vorführbar, sondern tatsächlich bestellbar und einsatzbereit? Statt technischer Vorführungen standen Beschaffung, Integration und Industrie-Partnerschaften im Mittelpunkt. Die Nachrichtenagentur AP beschreibt den Grundton der Messe treffend: Chinas Robotikindustrie will „über die Demonstrationen hinaus in Fabriken und andere reale Anwendungen". Genau diese Schwelle — von der Bühne ins Werk — entscheidet, welche Anbieter ernst zu nehmen sind.
Dual-Arm-Systeme und industrielle Vielfalt
Im Mittelpunkt vieler Stände standen laut Xinhua zweiteilige Roboterarm-Systeme (Dual-Arm) und Anwendungen für die Fertigung. Dazu kamen über alle Segmente hinweg humanoide Roboter, Quadrupeds, Serviceroboter und Intralogistik-Plattformen. Ein Beispiel für die Bandbreite: Der chinesische Hersteller Booster zeigte einen humanoiden Roboter im Messi-Trikot, der einen Fußball tritt — ein Publikumsmagnet, der zugleich die präzise Bein- und Gleichgewichtssteuerung demonstriert, die auch für Geh- und Handhabungsaufgaben in Werken relevant ist.
Was das für Einkäufer bedeutet
Für Einkäufer aus dem Mittelstand ist die WRC vor allem eine Chance, die Kandidaten für die nächste Investitionsrunde zu sehen — und zwar nicht nur im Video, sondern im laufenden Betrieb. Entscheidend sind drei Fragen: Wie reif ist die Technik heute wirklich? Wie hoch sind die Integrationskosten in bestehende Prozesse? Und wie lange dauert es, bis die Geräte in Europa verfügbar sind? Die Antworten darauf lassen sich auf der Messe konkreter einschätzen als in jedem Datenblatt.
Der Trend: in die Fabrik
Der rote Faden des Tages war die Industrialisierung. Während die ersten Jahre der WRC von Prototypen und Konzepten geprägt waren, dominieren jetzt Seriengeräte, Produktionskapazitäten und konkrete Einsatz-Szenarien. Für deutsche Betriebe heißt das: Die Technologie verlässt die Laborphase — und rückt damit auch für konservative Beschaffungsentscheidungen in Reichweite.
| Fokus | Beschaffung, Integration, Industrie-Partnerschaften |
| Aussteller | 300+ |
| Exponate | 2.000+ (laut Veranstalter 3.000+ Produkte) |
| Highlights | Dual-Arm-Systeme · humanoide Roboter · Quadrupeds |
| Trend | von der Demo in die echte Fabrik |
Einordnung
Der Procurement Day zeigt: Die WRC ist keine reine Technik-Schau mehr, sondern ein Beschaffungsmarkt. Wer heute ein Robotik-Projekt plant, findet hier den realistischen Stand der Technik — und die Anbieter, die lieferfähig sind. Für den Mittelstand ist das der Moment, konkrete Anbieter-Vergleiche anzustellen, statt nur Trends zu verfolgen.
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