Agile Robots fertigt 10 Humanoide pro Tag in Fürstenfeldbruck

- Agile Robots (München, Ausgründung des DLR von 2018) baut den 174 Zentimeter großen Humanoiden Agile ONE in Fürstenfeldbruck bei München.
- Derzeit verlassen rund zehn Einheiten pro Tag die Halle, ein Roboter braucht drei bis vier Tage.
- Linien für Arme und Torso sind vollautomatisiert, Greifhände und Endmontage machen Mitarbeiter.
- Preis-Anker des Herstellers: zwei Arbeitsschichten in China kosten rund 72.800 € im Jahr, Kunden erwarten eine Amortisation in zwei Jahren.
In Fürstenfeldbruck bei München baut Agile Robots seinen ersten Humanoiden in Serie: Der 174 Zentimeter große Agile ONE verlässt die Halle derzeit rund zehnmal pro Tag. Das Unternehmen ist eine Ausgründung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt.
Wer Agile Robots ist. Das Unternehmen wurde 2018 als Ausgründung des DLR gegründet, Chef ist Zhaopeng Chen, der dort über Roboterhände promoviert hat. Mehr als 20.000 Automationssysteme hat Agile Robots weltweit installiert — vor allem Arme, Greifer, fahrerlose Transportfahrzeuge und komplette Automationszellen. Rund 1,37 Mrd. € Kapital hat die Firma in sieben Jahren eingesammelt, zu den Geldgebern gehört SoftBank. In Europa arbeiten 1.600 Menschen für Agile Robots, in China 1.400, in Indien 370 und in den USA 200.
Wie die Fabrik arbeitet. Zwei Linien für Arme und Torso sind vollständig automatisiert, auch die Prüfstände laufen ohne Menschen — bei Agile Robots bauen Roboter Roboter. Die schwierigen Schritte bleiben Handarbeit: Greifhände und Endmontage erledigen Techniker. Aktuell liegt die Ausbringung bei rund zehn Robotern pro Tag. Der Hersteller hält 8.000 bis 9.000 Einheiten pro Jahr für möglich — in dieser Zahl sind allerdings alle Robotersysteme enthalten, nicht nur Humanoide.
Warum Agile anders plant als die US-Konkurrenz. Rory Sexton, zuvor 20 Jahre bei Apple und dort zuletzt für 120 Werke verantwortlich, leitet das Europageschäft. Sein Satz zur Branche: Nicht der Roboter ist das Produkt, sondern die Fabrik. Humanoide arbeiten seinen Worten nach noch jahrelang nicht allein, sondern als Teil einer Anlage aus Armen, Fahrzeugen, Fördertechnik und Software. Das heißt konkret: Der Kunde kauft keine Insellösung, sondern eine Anlage, die in seine Fertigungssteuerung eingebunden ist.
Was das für Käufer heißt. Einen Listenpreis nennt Agile Robots nicht. Sexton liefert aber den Maßstab seiner Kunden: Zwei Arbeitsschichten in China kosten rund 72.800 € im Jahr, und industrielle Käufer erwarten, dass sich ein Roboter in zwei Jahren bezahlt macht. Aus dieser Rechnung ergibt sich das Preisband. Wer vergleicht, sollte neben dem Kaufpreis immer die Integration in die bestehende Anlage und die Wartung abfragen.
| Firma | Agile Robots SE, München |
| Gründung | 2018 als DLR-Ausgründung |
| Humanoid | Agile ONE, 174 cm |
| Fertigung | Fürstenfeldbruck, seit Anfang 2026 |
| Ausbringung aktuell | rund 10 Einheiten pro Tag |
| Takt pro Roboter | 3 bis 4 Tage |
| Zielkapazität | 8.000 bis 9.000 Robotersysteme pro Jahr |
| Kapital | rund 1,37 Mrd. € in sieben Jahren |
| Belegschaft | 1.600 Europa, 1.400 China, 570 Indien und USA |
Die Stückzahlen sind Angaben des Unternehmens und nicht extern geprüft. Unklar bleibt, wie viele der genannten Systeme tatsächlich Humanoide sind — Agile Robots verkauft überwiegend klassische Robotertechnik und Automationszellen.
Fazit
Agile Robots ist der ernsthafteste deutsche Versuch, Humanoide in Serie zu bauen — ohne Bühnenvideos, dafür mit eigenen Werken, Zukäufen und Integrationsgeschäft. Entscheidend bleibt, wie viele der ausgelieferten Einheiten tatsächlich in Kundenwerken arbeiten.
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