ANA schickt Avatar-Roboter an Regionalflughäfen: Personal sitzt zentral in Kansai

- Start Ende August am Flughafen Hiroshima mit zwei Geräten vom Typ Newme — bis Ende Oktober folgen Komatsu, Nagasaki, Tottori und Tsushima mit je bis zu zwei Robotern.
- Das Prinzip: Reisende sprechen am Roboter-Bildschirm mit ANA-Mitarbeitern am Großflughafen Kansai — ein Team betreut mehrere Standorte gleichzeitig.
- Entwickler ist Avatarin, eine Ausgründung von ANA Holdings. Test am Großflughafen Haneda: über 25.000 Anfragen, 98,4 Prozent aus der Ferne lösbar.
- Hintergrund: Japan verzeichnet Rekord-Tourismus (2025: 42,68 Millionen Besucher), kleineren Flughäfen fehlt Personal mit Fremdsprachen-Kompetenz.
Am Flughafen Hiroshima beantwortet seit Ende August ein Roboter die Fragen der Reisenden — gesteuert von Mitarbeitern, die am Großflughafen Kansai sitzen. Die japanische Fluggesellschaft ANA baut diesen Fern-Service nun auf fünf Regionalflughäfen aus. Entwickelt wurden die Avatar-Roboter von Avatarin, einer Ausgründung des eigenen Konzerns.
So funktioniert der Avatar. Auf dem Roboter vom Typ Newme erscheint per Bildschirm ein ANA-Mitarbeiter. Er erklärt den Check-in, zeigt Wege zu Restaurants und beantwortet Fragen zu Bahn- und Busverbindungen. Die Anfragen mehrerer Flughäfen laufen bei einem festen Team am Kansai International Airport zusammen.
Die Testergebnisse sind bemerkenswert. Am Großflughafen Haneda wertete ANA über 25.000 Test-Anfragen aus: 98,4 Prozent ließen sich aus der Ferne genauso lösen wie bei persönlicher Betreuung. Beim Test 2025 an den Flughäfen Neu-Chitose und Asahikawa (Hokkaido) bearbeiteten die Roboter 1.074 Anfragen — rund 70 Prozent davon in Fremdsprachen. Ein Mitarbeiter betreute dabei Geräte an zwei Flughäfen gleichzeitig.
Warum ANA den Dienst ausbaut. Japan erlebt Rekord-Tourismus: 2025 kamen 42,68 Millionen ausländische Besucher, so viele wie nie zuvor; im Juli 2026 waren es über drei Millionen. An kleineren Regionalflughäfen fehlt Personal, das internationale Reisende in ihrer Sprache betreut. Der Avatar umgeht das Problem: Die erfahrenen Mitarbeiter sitzen zentral, die Roboter stehen dezentral an den Flughäfen.
Was bis Oktober passiert. Nach Hiroshima erhalten die Flughäfen Komatsu, Nagasaki, Tottori und Tsushima jeweils bis zu zwei Geräte. Das heißt konkret: Ein Service-Team deckt künftig fünf Standorte ab, ohne dass überall Spezialisten vor Ort sein müssen. Genau dieses Muster — zentrales Personal, dezentrale Roboter — lässt sich auf andere Branchen mit Filialstruktur übertragen. Wer im Service Personal sucht, sollte prüfen, welche Aufgaben sich aus der Ferne erledigen lassen.
| Start | Ende August 2026, Flughafen Hiroshima (2 Geräte) |
| Ausbau bis Ende Oktober | Komatsu, Nagasaki, Tottori, Tsushima (je bis zu 2) |
| Gerät | Avatar-Roboter „Newme“ von Avatarin (ANA-Ausgründung) |
| Haneda-Test | über 25.000 Anfragen — 98,4 % fernlösbar |
| Hokkaido-Test | 1.074 Anfragen — rund 70 % fremdsprachig |
| Anlass | 42,68 Mio. Auslandsbesucher 2025 (Rekord) |
Einordnung
Der Avatar ersetzt kein Personal — er vervielfacht es. Ein erfahrener Mitarbeiter bedient von einem Ort aus mehrere Standorte, und zwar in mehreren Sprachen. Für Branchen mit dünner Personaldecke ist das das praxistauglichste Serviceroboter-Modell des Jahres: sofort verfügbar, ohne Umbau, ohne neue Software im eigenen Haus.
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