Förderung prüfen →
Im FokusNewsFörder-CheckROI-RechnerBeratung — Robo ReadyNewsletter
WerkzeugeFörder-CheckROI-RechnerKaufcheck: 16 ModelleAnbieter in Ihrer NäheHersteller & MarktausblickMarktübersicht & VergleichRoboter kaufenRoboter mieten (RaaS)Sicherheit & Pflichten
BranchenKleine ProduktionMetallbau & CNCBäckerei & LebensmittelLager & LogistikHandwerkReinigung & GebäudeLandwirtschaftGastronomie & HotelleriePflege & GesundheitswesenBauwesen
StartNewsEinsatz
Einsatz

Autohersteller testen Humanoide — und geben zu: Menschen sind noch schneller

Figure-03-Humanoide im BMW-Projekt Spartanburg
Das Wichtigste in 20 Sekunden
  • BMW (Spartanburg, Figure 03): Komponenten umsetzen — Logistik-VP: „noch langsamer als Menschen“
  • Mercedes testet Apptronik, Hyundai Boston Dynamics, Tesla treibt Optimus voran
  • GM und Renault gehen den Gegenweg: Roboter ohne Beine beziehungsweise ohne Kopf
  • MIT-Experte warnt vor „Millionen-Dollar-Lösungen für Hundert-Dollar-Probleme“

Die Automobilindustrie ist der wichtigste Referenzkunde für humanoide Roboter — und sie liefert gerade den ehrlichsten Realitäts-Check der Branche. Global Sources fasst es am 24. August zusammen: Die Autohersteller testen Humanoide für Fabrikaufgaben, aber Menschen sind in Tempo und Flexibilität noch überlegen. BMW räumt es offen ein.

Der BMW-Fall: Im Werk Spartanburg (South Carolina) erprobt BMW Figure-03-Humanoide — sie bewegen Komponenten von Containern in Trolleys, laufen, greifen Teile und ziehen den Wagen. BMW-Logistik-Vizepräsident Ulrich Wieland sagt gegenüber der New York Times: „Sie sind noch langsamer als Menschen“ — bei gleichzeitig schneller Entwicklung. Computerwoche ergänzt: Figure 03 ist in Spartanburg in der Logistik im Einsatz, der Hersteller testet die Maschinen laut Bericht auch für Schweißarbeiten an Fahrzeugkomponenten.

Das Feld: Mercedes testet Apptronik-Humanoide fürs Sortieren und Handhaben von Komponenten. Hyundai — Eigentümer von Boston Dynamics — will Roboter einsetzen, die Teile für die Montage durch Menschen organisieren. Tesla treibt den Optimus voran und hat in Kalifornien Teile der Model-S-/Model-X-Produktion für die Optimus-Fertigung geräumt. Die Liste zeigt: Die großen Autobauer wetten alle auf Humanoide — aber auf unterschiedliche Plattformen und Einsatzprofile.

Der Gegenweg: GM experimentiert mit kollaborativen Robotern mit Armen und Händen — aber ohne Beine. Produktchef Sterling Anderson bringt es auf den Punkt: In der Fabrik seien Hände nützlich, „unklar ist, ob Beine es sind“. Renault zeigte einen Roboter ohne Kopf. Dahinter steht die pragmatische Frage des gesamten Hypes: Braucht die Aufgabe wirklich eine Menschengestalt — oder reichen Arm, Greifer und Schiene?

Die Skepsis: Ben Armstrong, Exekutivdirektor des MIT Industrial Performance Center, warnt vor „Millionen-Dollar-Lösungen für Hundert-Dollar-Probleme“: Einfache Automatisierung erledigt viele repetitive Aufgaben deutlich billiger. Moderne Werke sind bereits hoch automatisiert — der zusätzliche Nutzen, den ein zweibeiniger Roboter bringt, ist entsprechend begrenzt.

Lehren für den Mittelstand: Drei Dinge, die Einkäufer von der Autobranche übernehmen sollten: (1) Piloten statt Kauf — die Hersteller selbst testen, bevor sie skalieren. (2) Tempo und Flexibilität sind heute noch beim Menschen — wählen Sie Aufgaben mit geringer Variabilität und messbaren Zykluszeiten. (3) Prüfen Sie, ob die Aufgabe wirklich zwei Beine braucht — klassische Roboter, AMR und Cobots sind oft die günstigere, schnellere Lösung.

Jobs: Die Autobauer argumentieren, Roboter könnten schwer besetzbare, repetitive Stellen übernehmen und neue Wartungs- und Programmier-Jobs schaffen; Arbeitnehmervertreter befürchten Stellenabbau. Diese Debatte erreicht den Mittelstand, sobald die Technik die Kostenschwelle unterschreitet — die EngineAI-Meldung dieser Woche (Herstellkosten unter 12.500 €) zeigt, dass sie das tut.

Figure-Humanoide im BMW-Projekt — zweites Einsatzbild Quelle: Humanoid Robotics Technology
Figure-Humanoide im BMW-Projekt — zweites Einsatzbild (Quelle: Humanoid Robotics Technology)
Autohersteller & Humanoide — Stand 08/2026
BMW SpartanburgFigure 03: Komponenten Container → Trolley; VP Wieland: „noch langsamer als Menschen“
MercedesApptronik-Humanoide: Sortieren & Handhaben von Komponenten
HyundaiBoston-Dynamics-Roboter: Teile für Montage organisieren
TeslaOptimus; Produktionsfläche in Kalifornien freigeräumt
GMCobots mit Armen/Händen, ohne Beine (Sterling Anderson)
RenaultRoboter ohne Kopf vorgestellt

Der offene Punkt: Die Aussagen zum Tempo („noch langsamer als Menschen“) stammen aus Interviews der New York Times (August 2026), zitiert über Global Sources und Carscoops. Sie betreffen konkrete Pilotprojekte — vor allem BMW Spartanburg — und sagen nichts über den Gesamtmarkt oder andere Hersteller. Keine Produktentscheidung auf Basis einzelner Zitate treffen.

Unsere Einordnung

Die Autobranche zeigt, was seriöse Einführung bedeutet: testen, messen, skalieren — mit öffentlich eingeräumten Grenzen. Für Mittelständler ist das eine gute Nachricht: Es entstehen realistische Erwartungen statt Show-Versprechen. Wer pilotieren will, sollte Tempo-Kennzahlen, Ausfallraten und Verfügbarkeit vertraglich festhalten — und den Vergleich mit klassischer Automatisierung nicht scheuen. Die Frage ist nicht, ob Humanoide kommen, sondern wann sie schneller, robuster und billiger werden als ein Mensch plus Stapler.

EngineAI-Kostenkurve

Herstellkosten unter 12.500 € — der Preisverfall im Überblick.

Zur Kosten-Story →

Physical AI

Sieben Anwendungsfälle, die über Humanoide hinausgehen.

Zu den Use Cases →

Was würde ein Roboter in Ihrem Betrieb kosten?

Rechnen Sie Break-even und Monatsrate in 60 Sekunden aus — kostenlos, ohne Anmeldung.

Zum ROI-Rechner →