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Analysten legen nach: 26 Millionen Humanoide pro Jahr bis 2040?

Figure-Humanoid sortiert in einem Dauerlauf Pakete auf ein Förderband (Quelle: Figure)
Das Wichtigste in 20 Sekunden
  • Goldman Sachs vervierfacht die Prognose: rund 6,5 Mio. Humanoide pro Jahr bis 2035, Marktvolumen umgerechnet rund 126 Mrd. €.
  • Berg Insight rechnet mit 26 Mio. Stück jährlich bis 2040 — ausgehend von 16.000 Stück im Jahr 2026.
  • Den Marktwert taxiert Berg Insight auf umgerechnet rund 504 Mrd. € im Jahr 2040, das Wachstum auf rund 64 Prozent pro Jahr.
  • Beide Studien sehen Lager, Logistik und Automobilfertigung als erste große Einsatzfelder — mehr als 100 Unternehmen entwickeln weltweit Humanoide, darunter NEURA Robotics aus Deutschland.

Gleich zwei Analystenhäuser haben diese Woche ihre Prognosen für humanoide Roboter drastisch erhöht. Goldman Sachs erwartet bis 2035 rund 6,5 Millionen verkaufte Einheiten pro Jahr; Berg Insight rechnet bis 2040 mit 26 Millionen Stück jährlich. Einig sind sich beide: Lager, Logistik und Autoproduktion kommen zuerst.

Was Goldman Sachs erwartet. Der Analyst Eric Sheridan hat seine Prognose in einem Report zum Thema Physical AI vervierfacht: rund 6,5 Millionen ausgelieferte humanoide Roboter pro Jahr bis 2035. Das Marktvolumen veranschlagt die Bank mit umgerechnet rund 126 Mrd. €. Als erste Wachstumsmärkte nennt sie E-Commerce-Lager, Logistik und Autoproduktionslinien.

Was Berg Insight erwartet. Das schwedische Analysehaus rechnet mit 16.000 ausgelieferten Humanoiden im Jahr 2026 — und mit 26 Millionen Stück pro Jahr bis 2040. Das entspräche einem jährlichen Wachstum von rund 64 Prozent. Den Marktwert taxiert Berg Insight auf umgerechnet rund 504 Mrd. €; als Treiber nennt die Studie fallende Preise, neue Fertigungslinien und Milliardeninvestitionen.

Wer in den Studien vorkommt. Berg Insight zählt mehr als 100 Unternehmen, die vollwertige Humanoide entwickeln — von Figure, Tesla und Boston Dynamics über 1X Technologies bis zu Unitree, UBTECH und AgiBot. Einziger deutscher Hersteller auf der Liste: NEURA Robotics. Die meisten Firmen stehen laut Studie noch vor der Serienproduktion; nur eine kleine Gruppe baut echte Fertigungslinien auf.

Was Prognosen wert sind. Die Zahlenreihen fallen weit auseinander: 6,5 Millionen Stück bis 2035 hier, 26 Millionen bis 2040 dort. Beide beruhen auf Annahmen zu Kosten, Technik und Nachfrage, die sich schnell ändern. Der gemeinsame Kern ist trotzdem bemerkenswert: Zwei unabhängige Häuser sehen die Branche am Übergang von Prototypen zur Massenproduktion — mit Lager und Logistik als erstem Schlachtfeld. Genau dort laufen heute schon die ersten Serienmodelle, etwa bei CJ Logistics in Südkorea oder bei GXO in den USA.

Die beiden Prognosen im Vergleich
Goldman Sachsrund 6,5 Mio. Stück/Jahr bis 2035; Markt rund 126 Mrd. € (Prognose vervierfacht)
Berg Insight16.000 Stück (2026) auf 26 Mio. Stück/Jahr (2040); Wachstum rund 64 % p. a.
Marktwert (Berg Insight)rund 810 Mio. € (2026) auf rund 504 Mrd. € (2040)
Erste EinsatzfelderE-Commerce-Lager, Logistik, Automobilfertigung
Entwickler weltweitüber 100 Unternehmen — u. a. NEURA Robotics (Deutschland)
StandReports aus September 2026

Prognosen sind keine Fakten: Die Zahlen beruhen auf Annahmen, die jährlich korrigiert werden — Goldman selbst hatte früher deutlich niedriger geschätzt. Zudem zählen die Studien unterschiedlich: Während manche Quellen für das erste Halbjahr 2026 bereits rund 22.000 ausgelieferte Humanoide melden, geht Berg Insight für das Gesamtjahr von 16.000 Stück aus. Solche Abweichungen zeigen, wie jung die Datengrundlage noch ist.

Einordnung

Die Prognosen sind eine Richtungsangabe, kein Fahrplan: Sie zeigen, dass Kapital und Industrie auf Humanoide setzen — und dass die Logistik der Ort ist, an dem sich entscheidet, ob die Versprechen halten. Mittelständler sollten die Zahlen nutzen, um sich vorzubereiten, nicht um zu investieren.

Halbjahresbilanz

22.000 Humanoide im ersten Halbjahr 2026: AgiBot vor Unitree — die Zahlen im Detail.

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