KUKA holt erstes Security-Level-2-Zertifikat der Roboterbranche — Cybersicherheit wird zum Kaufkriterium

- KUKA ist der erste Roboterhersteller weltweit mit Security-Level-2-Zertifikat (IEC 62443-4-2) für Betriebssystem iiQKA.OS2 und Steuerplattform KR C5.
- Security Level 2 heißt: Schutz gegen gezielte Angriffe mit geringem Aufwand — etwa mit Standard-Werkzeugen aus dem Internet.
- Das System erfüllt nach KUKA-Angaben bereits Anforderungen des EU Cyber Resilience Act und der neuen Roboternorm EN ISO 10218-1:2025.
- Für Betriebe: Bei der nächsten Roboter-Ausschreibung nach Zertifikaten fragen — ab Januar 2027 verlangt die EU mehr Sicherheitsnachweise.
KUKA aus Augsburg hat als erster Roboterhersteller weltweit die Zertifizierung Security Level 2 nach dem Industriestandard IEC 62443-4-2 erhalten. Zertifiziert sind das neue Betriebssystem iiQKA.OS2 und die Steuerplattform KR C5. Für Einkäufer wird Cybersicherheit damit zum prüfbaren Kaufkriterium.
Was zertifiziert wurde. IEC 62443 ist die wichtigste Normenfamilie für Sicherheit in der Industrieautomation. Teil 4-2 prüft einzelne Komponenten — hier das Betriebssystem und die Steuerung eines Roboters. Security Level 2 heißt: Das System hält gezielten Angriffen stand, die mit wenig Aufwand und allgemein verfügbaren Mitteln geführt werden. Das heißt konkret: Schutz gegen Angreifer mit Standard-Werkzeugen aus dem Internet — nicht gegen Geheimdienste.
Warum das jetzt wichtig wird. Die EU verschärft die Regeln für vernetzte Maschinen. Die neue Maschinenverordnung gilt vollständig ab Januar 2027, der Cyber Resilience Act führt bis Dezember 2027 schrittweise Sicherheitspflichten für Produkte mit digitalen Elementen ein. KUKA gibt an, mit iiQKA.OS2 und KR C5 die Anforderungen beider Regelwerke sowie der neuen Roboternorm EN ISO 10218-1:2025 bereits zu erfüllen.
Was das für den Mittelstand bedeutet. Wer heute einen Roboter kauft, kauft einen vernetzten Computer mit Armen. Die Steuerung hängt im Firmennetz, verarbeitet Produktionsdaten und erhält Updates. Ein Zertifikat macht Sicherheit vergleichbar — ähnlich wie ein CE-Zeichen. Betriebe sollten in Ausschreibungen künftig nach IEC-62443-Nachweisen fragen, statt sich auf Werbeversprechen zu verlassen.
Was noch fehlt. Das Zertifikat deckt die Steuerungsplattform ab, nicht jede einzelne Anwendung im Feld. Ob ein Roboter sicher betrieben wird, hängt auch von der Integration ab: vom eigenen Netzwerk, von Zugriffsrechten und davon, wie schnell Updates eingespielt werden. Hersteller wie KUKA liefern dafür die Basis — die Absicherung im Betrieb bleibt Aufgabe des Anwenders.
| Unternehmen | KUKA, Augsburg |
| Zertifikat | IEC 62443-4-2, Security Level 2 — weltweit erster Roboterhersteller |
| Geprüfte Komponenten | Betriebssystem iiQKA.OS2, Steuerplattform KR C5 |
| Ebenfalls erfüllt | EU-Verordnung 2024/2847 (Cyber Resilience Act), EN ISO 10218-1:2025 |
| Bekanntgabe | 21. Juli 2026; Fachpresse griff das Thema Anfang September auf |
| EU-Fristen | Maschinenverordnung ab Januar 2027, Cyber Resilience Act bis Dezember 2027 |
Die Zertifizierung bezieht sich auf die Steuerungsplattform, nicht auf jede einzelne Roboteranwendung im Feld. Ob ein konkretes System die Anforderungen erfüllt, hängt auch von Integration und Netzwerkumgebung im Betrieb ab.
Einordnung
KUKA liefert das erste vergleichbare Sicherheitsversprechen für Robotersteuerungen. Mittelständler sollten die Gelegenheit nutzen, Cybersicherheit zur Standardfrage jeder Roboter-Ausschreibung zu machen — die Regulierung zwingt ab 2027 ohnehin dazu.
Das Gegenteil
Unitree G1: Zwei dokumentierte Sicherheitslücken erlauben vollen Zugriff auf den Steuerrechner.
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