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IFA 2026: Chinas Humanoide erobern den ersten Roboter-Laufsteg — und den EU-Markt

Choreografierte Bühnenshow mit humanoiden Robotern am AgiBot-Stand auf einer Fachmesse (Quelle: AgiBot)
Das Wichtigste in 20 Sekunden
  • Erstmals in der 102-jährigen IFA-Geschichte laufen humanoide Roboter über einen Laufsteg (5. September, Creator Stage) — mit Unitree, EngineAI, DEEP Robotics, AgiBot, Astrall Dynamics und AiMOGA.
  • Rund 930 der über 1.900 Aussteller kommen aus China — fast die Hälfte, etwa 200 mehr als im Vorjahr.
  • Die USA haben chinesische Humanoide auf die Verbotsliste gesetzt; die EU hat keine vergleichbare Regel — ein Importverbot gibt es nicht.
  • Premiere für Einkäufer: Der chinesische Humanoid AiMOGA Mornine trägt als erster ein vollständiges EU-CE-Zertifikat inklusive Cybersicherheit (TÜV Rheinland).

Die IFA Berlin hat am 4. September eröffnet — und schreibt gleich ein Stück Robotik-Geschichte: Erstmals in der 102-jährigen Messegeschichte laufen humanoide Roboter über einen Laufsteg. Rund 930 chinesische Aussteller prägen die Messe, und für europäische Einkäufer stellt sich die Frage, ob und unter welchen Bedingungen sie diese Roboter kaufen dürfen.

Der Laufsteg. Am 5. September um 12:45 Uhr zeigen auf der Creator Stage humanoide Roboter, was sie können: posieren, tanzen, navigieren. Zugesagt sind Maschinen von Unitree, EngineAI, DEEP Robotics, AgiBot, Astrall Dynamics und AiMOGA. Die Veranstalter sprechen vom ersten Roboter-Laufsteg der IFA-Geschichte — Leistungsschau und Publikumsmagnet zugleich.

Rekord: fast die Hälfte der Messe kommt aus China. Von mehr als 1.900 Ausstellern kommen rund 930 aus China, etwa 200 mehr als im Vorjahr. Auch bei den Humanoid-Neuheiten dominieren chinesische Hersteller. Unitree etwa zeigt seinen G1 im Bereich IFA Next in Halle 25 — zum Preisvorteil, der westliche Modelle unter Druck setzt.

Regulierung: USA blocken, EU nicht. Die USA haben Unitree im Juli auf die Verbotsliste ihrer Kommunikationsbehörde FCC gesetzt; neue Importe und Verkäufe sind dort gestoppt. Die EU hat keine vergleichbare Regel: Der EU AI Act verlangt bislang vor allem Transparenz, die neue Maschinenverordnung gilt vollständig erst ab Januar 2027. Das heißt konkret: Europäische Firmen dürfen chinesische Humanoide weiterhin kaufen — müssen Sicherheit und Datenflüsse aber selbst bewerten.

Eine Premiere für klare Verhältnisse. Parallel sorgt eine Zertifizierung für Aufsehen: Der chinesische Humanoid Mornine des Autobauers Chery, vermarktet unter der Marke AiMOGA, hat von TÜV Rheinland ein vollständiges EU-CE-Zertifikat erhalten — für Maschinensicherheit, Funk und Cybersicherheit. Nach Angaben der Beteiligten ist es der erste Humanoid mit Freigabe für Hardware und Software nach EU-Regeln. Mornine arbeitet nach Herstellerangaben bereits in Autohäusern in mehr als 30 Ländern.

Was Einkäufer jetzt tun sollten. Die Messe ist der richtige Ort für konkrete Fragen: Welche Zertifikate liegen vor, wer liefert Updates, wo werden Daten verarbeitet? Hersteller wie Unitree haben dokumentierte Sicherheitslücken in älteren Modellen bislang nur teilweise geschlossen. Ein EU-Importverbot gibt es nicht — aber das heißt nicht, dass es kein Risiko gibt. Es heißt: Die Prüfung liegt beim Einkäufer.

IFA 2026 in Kürze
MesseIFA, Berlin — eröffnet am 4. September 2026
Laufsteg„Robots on the Runway“, 5. September, 12:45 Uhr, Creator Stage
TeilnehmerUnitree, EngineAI, DEEP Robotics, AgiBot, Astrall Dynamics, AiMOGA
Chinesische Ausstellerrund 930 von über 1.900 (fast die Hälfte)
USAFCC-Verbotsliste seit 28. Juli — keine neuen Importe
EUkein Importverbot (Stand 4. September 2026)
PremiereAiMOGA Mornine mit EU-CE-Zertifikat (Maschine, Funk, Cybersicherheit)

Wer chinesische Humanoide kauft, bewegt sich in einem Graufeld: Unabhängige Forscher haben bei Unitree-Modellen Sicherheitslücken dokumentiert, die teils ungepatcht sind. Zudem verpflichtet das chinesische Nachrichtendienstgesetz auch Unternehmen zum Zusammenwirken mit staatlichen Stellen. Kein EU-Importverbot bedeutet nicht: kein Risiko.

Einordnung

Der IFA-Auftritt macht sichtbar, was Berichte seit Monaten zeigen: China dominiert die Humanoid-Fertigung, und die EU hat noch keine Antwort darauf. Wer als Mittelständler kaufen will, muss Risiken derzeit selbst managen — oder auf zertifizierte Modelle wie den Mornine setzen. Berlin ist der beste Ort, um Hersteller direkt zu befragen.

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